Notärzte wollen gemeinsame Reform von Not- und Rettungsdienst

Berlin – Der Rettungs- und Notarztdienst sollte gemeinsam mit der Notfallversorgung reformiert werden. Dafür setzt sich die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND) ein.
„Seit Jahren kompensieren Rettungs- und Notarztdienst Defizite, die im ambulanten und stationären Bereich aber auch in der Altenpflege entstanden sind“, sagte der BAND-Vorsitzende Florian Reifferscheid. Eine wirksame Reform der Notfallversorgung sei überfällig und könne nur in einem ganzheitlichen, sektorenübergreifenden Ansatz gelingen.
Die Vereinigung wies daraufhin, dass auch der Rettungsdienst mit knapper werdenden Ressourcen, Fachkräftemangel und einer immer weiter steigender Auslastung zu kämpfen habe. Zwar sei der Rettungs- und Notarztdienst für viele Ärztinnen, Ärzte und medizinische Fachkräfte grundsätzlich attraktiv.
Allerdings gäben viele ihre Tätigkeit in diesem Bereich bereits nach wenigen Jahren wieder auf. „Durch die Reformen müssen ausreichende Ausbildungskapazitäten geschaffen und die Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass auch die Arbeit im Rettungsdienst mit Familie und Freizeit vereinbar ist“, fordert BAND.
Der Verband regt zudem an, die bisherigen Integrierten Leitstellen durch eine enge Anbindung von kassenärztlichem Notdienst und einer Gesundheitsberatung zu „Gesundheitsleitstellen“ weiter zu entwickeln. Wichtig sei sicherzustellen, dass nicht jedes Hilfeersuchen von Patientenseite nur mit Rettungswagen oder Notarzt bedient werden könne, so die Forderung.
Der Verband fordert zudem den Rettungsdienst bundesweit einheitlich zu gestalten. Dazu müssten die Eingangsqualifikationen vereinheitlicht und die verschiedenen Rettungsmittelarten standardisiert und einheitlich definiert werden.
„Dies beginnt bei aufsuchenden Diensten wie Gemeindenotfallsanitätern und kassenärztlichem Notdienst und reicht über die Definition von Besetzung, Ausstattung und Einsatzbereich von Notfalltransportwagen bis hin zu einheitlichen Vorgaben für Qualifizierung und Kompetenzerhalt des Fachpersonals im Rettungsdienst und der Notärzte“, erläutert BAND.
Um Rettungsdienst und Notfallversorgung weiterzuentwickeln, sei zudem ein einheitlicher digitaler Standard für Erhebung, Übermittlung und Weitergabe von Versorgungsdaten unabdingbar. „Nur auf diese Weise können Routinedaten in einer sektorenübergreifenden Analyse effektiv genutzt werden“, so der Verband.
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