Organspende: Mit Irrtümern aufräumen, Patienten informieren
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Berlin – Um Ärzte bei Patientenfragen zur Organspende zu unterstützen, haben das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und der Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HÄV) neue Informationsangebote veröffentlicht.
Gerade das Gespräch mit Hausärztinnen und Hausärzten biete eine wichtige Möglichkeit, Unsicherheiten und offene Fragen anzusprechen, heißt es in einer Mitteilung des BIÖG. Diese seien bei Fragen zur Organspende „wichtige Vertrauenspersonen“, betonte Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Instituts. „Solche Gespräche helfen Patientinnen und Patienten dabei, eine informierte und selbstbestimmte Entscheidung zu treffen.“
Zur Verfügung stehen Poster, Infoscreens und Flyer. Die Angebote greifen unter anderem die fünf häufigsten Fragen und Irrtümer von Patienten zur Organ- und Gewebespende auf. Einer Repräsentativbefragung des BIÖG zufolge glauben etwa immer noch sieben von zehn Befragten, aus gesundheitlichen Gründen keine Organe spenden zu können.
Fast die Hälfte nimmt demnach fälschlicherweise an, dass es eine obere Altersgrenze für die Spende gibt. Dabei schließen nur wenige Erkrankungen eine Organspende aus und auch eine feste obere Altersgrenze gibt es nicht. Zudem zeigt die Befragung des BIÖG: Nur 30 Prozent wissen gut darüber Bescheid, welche Möglichkeiten sie haben, ihre Entscheidung zu dokumentieren.
„Aus unseren Praxen wissen wir: Über die Organspende kursieren zahlreiche Fragen und Mythen“, sagte Nicola Buhlinger-Göpfarth, Bundesvorsitzende des HÄV. „Das macht eine verlässliche Aufklärung unabdingbar.“
Sie betonte, mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werde allerdings die Finanzierung dieser hausärztlichen Beratung gestrichen. Die Zeit, die den Praxen zur Beantwortung der Fragen zur Organspende zur Verfügung gestanden habe, falle damit weg. Umso wichtiger sei verständliches Informationsmaterial für die Patienten.
Der neu erstellte Flyer „5 häufige Fragen Ihrer Patientinnen und Patienten zur Organspende“ wird ab dem 22. Oktober als Beileger in mehreren Fachzeitschriften für die Hausärzteschaft verschickt und steht auf den Webseiten des BIÖG zur kostenfreien Bestellung und zum Download zur Verfügung.
Ein Plakat, beispielsweise für das Wartezimmer, bietet Patienten einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema und greift Irrtümer auf. Ergänzt wird das Angebot durch Screens und Kurzvideos für Displays im Wartebereich.
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