Patienten nach Schädel-Hirn-Trauma benötigen lebenslange Unterstützung

Bonn – Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung fordert Verbesserungen in der Nachsorge von Patienten mit einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT).
„Nach einem Schädel-Hirn-Trauma ist meistens nichts mehr wie früher. Sprachstörungen, Lähmungen, Konzentrationsschwäche oder auch Persönlichkeitsveränderungen beeinträchtigen die Betroffenen nachhaltig und erfordern eine langfristige Unterstützung durch Experten aus verschiedenen Fachbereichen“, hieß es aus der Stiftung.
Doch häufig sei es bereits schwierig, eine Anschluss-Therapie nach dem stationären Aufenthalt zu erhalten. „Das zentrale Problem liegt in der geringen Zahl der ambulanten neurologischen und Reha-Einrichtungen und Praxen für Neuropsychologie. Bundesweit gibt es weniger als 80“, erklärte Johannes Pichler, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands ambulant-teilstationäre Neurorehabilitation (BV-ANR).
Wichtig sei für die Patienten ein interdisziplinäres Behandlungskonzept. „Es reicht einfach nicht aus, einen Menschen mit SHT nur bis zur Reha-Phase C zu begleiten und ihn dann mehr oder weniger allein zu lassen“, so Pichler.
Dringend nötig sei ein flächendeckendes ambulantes Angebot in der neurologischen Reha sowie von neuropsychologischen Praxen, die Betroffene notfalls für den Rest ihres Lebens begleiteten und unterstützten.
„Politik und Gesellschaft müssen endlich begreifen, dass das Hirn sich zwar reorganisieren kann – aber im Gegensatz zu den anderen Organen kann es nicht heilen“, so der Experte.
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