Petition für bundesweite Aufklärungskampagne zur Depression
Schwaikheim – Depressionspatienten leiden weiterhin an Unverständnis, Ausgrenzung und Nachteilen in der Arbeitswelt. Gründe dafür sind oft Nichtwissen und Vorurteile ihrer Mitmenschen. Darauf hat die Deutsche Depressionsliga (DDL) hingewiesen.
Bei einer Veranstaltung am Weltgesundheitstag Anfang April mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Berlin hatte die DDL vorgeschlagen, die Bundesregierung möge eine öffentlichkeitswirksame Aufklärungskampagne starten. Laut den Vorschlägen der Selbsthilfe wären dazu Fernsehspots oder eine bundesweite Plakataktion hilfreich. „Damit würde die Depression und die Arbeit der Organisationen tatsächlich in den Fokus gerückt werden“, hieß es aus der DDL.
Nun startet die DDL eine Petition, um der Forderung nach einer solchen Aufklärungsaktion Nachdruck zu verleihen. „Führen Sie eine bundesweite Aufklärungskampagne über die Krankheit Depression durch“, lautet die Forderung in der Petition. Unterstützer können sie auf der Internetseite der DDL unterzeichnen. Die Aktion läuft bis Ende Oktober 2017, danach wird die Petition an das Bundesministerium für Gesundheit übergeben.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht aktuell davon aus, dass weltweit rund 322 Millionen Menschen von Depressionen betroffen sind. „Die Sorge vor Stigmatisierung hält viele Menschen davon ab, sich Hilfe zu suchen. Wir wollen sie ermuntern, Hilfe einzufordern und sie nicht allein lassen. Wirksame Behandlungen und Hilfsangebote stehen bereit“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei einer Fachtagung zum Weltgesundheitstag Anfang April.
Auch die Bundesärztekammer hat wiederholt auf das Problem hingewiesen. „Wir müssen gesellschaftlicher Stigmatisierung entgegentreten und die vielfältigen Möglichkeiten der sprechenden Medizin insgesamt sowie der Psychotherapie im Besonderen weiter stärken“, sagte der BÄK-Vorstandsbeauftragte für ärztliche Psychotherapie, Ulrich Clever.
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