Politik

Pflegefachassistenten kommen ab 2027 in Brandenburg

  • Montag, 22. Juni 2026
/picture alliance, Marijan Murat
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Potsdam – In Brandenburg sollen ab dem Jahr 2027 Pflegefachassistenten ausgebildet werden. Diese bundeseinheitliche Ausbildung soll die bisherigen Pflegehelferausbildungen ersetzen. Absolventen sollen sowohl in der Kranken- als auch in der Altenpflege eingesetzt werden können.

Grundlage dafür ist das „Gesetz zur Umsetzung der Pflegefachassistenzausbildung“, das in dieser Woche in erster Lesung im Brandenburger Landtag beraten wurde. Es setzt ein entsprechendes Bundesgesetz im Land um. Die 18 Monate dauernde Ausbildung soll schon für Interessenten mit einem Hauptschulabschluss zugänglich sein.

„Was zunächst technisch klingt, hat in der Praxis eine große Bedeutung“, sagte die SPD-Abgeordnete Sina Schönbrunn. „Bislang gab es in Deutschland eine Vielzahl unterschiedlicher Helfer- und Assistenzausbildungen.“ Das sei unübersichtlich gewesen, habe die Vergleichbarkeit erschwert und Aufstiege kompliziert gemacht.

„Künftig erhalten wir eine einheitliche, generalistische Ausbildung mit klaren Standards und besseren Entwicklungsmöglichkeiten“, sagte Schönbrunn. „Das ist ein Gewinn für die Auszubildenden, für die Einrichtungen und für die Menschen, die auf Pflege angewiesen sind.“ Pflegefachassistenten seien keine „Hilfskräfte zweiter Klasse“: Sie übernähmen wichtige Aufgaben im Pflegealltag und entlasteten die Pflegefachkräfte.

Die CDU-Abgeordnete Ellen Fährmann, die selbst eine stationäre Pflegeeinrichtung leitet, betonte, dass jede Maßnahme, die dazu diene, Menschen für einen Pflegeberuf zu begeistern, grundsätzlich zu begrüßen sei. Die bisherigen Helferausbildungen seien oft in anderen Bundesländern nicht anerkannt worden. „Wichtig ist, dass die Ausbildung niedrigschwellige Zugänge eröffnet und damit neue Zielgruppen für den Pflegeberuf erschließt.“

Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD) verwies ebenfalls darauf, dass in Brandenburg Pflegepersonal benötigt werde. Man müsse deswegen auch weiterhin an der Durchlässigkeit und beim Quereinstieg in die Pflege arbeiten.

Der BSW-Abgeordnete Andreas Kutsche betonte, dass die bundeseinheitliche Ausbildung mehr Transparenz in der Ausbildung schaffe und den Beruf attraktiver mache. Das begrüße man grundsätzlich. „Aber kein Gesetz wird den Pflegenotstand beseitigen, wenn die Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen nicht endlich spürbar besser werden“, sagte Kutsche.

Die Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Diensten würden vielerorts am Limit arbeiten. Sie bräuchten ausreichend Personal, gute Bezahlung und mehr Zeit für die Menschen, die sie versorgen. Das BSW teile die Sorge der Gewerkschaft Verdi davor, dass die Pflegefachassistenz eine Sparmaßnahme in der Pflege sei. „Pflege ist keine Ware und kein Kostenfaktor“, sagte Kutsche. „Pflege ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben überhaupt.“

Für die AfD bezeichnete die Abgeordnete Daniela Oeynhausen den Pflegenotstand als „Topthema in Brandenburg“. Sie sprach sich aber dafür aus, dass künftig das Land die Kosten für die Pflegeausbildung übernehmen sollte.

benl

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