Vermischtes

Pflegerat legt Kompetenzprofile für die Pflege vor

  • Montag, 23. Februar 2026
/Viacheslav Yakobchuk, stock.adobe.com
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Berlin – Einen standardisierten Orientierungsrahmen für Rollenklärung, Qualifikationsentwicklung und professionspolitische Weiterentwicklung der Pflege will der Deutsche Pflegerat (DPR) mit BAPID III (Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland) bieten.

„Pflege braucht klare Zuständigkeiten statt unklarer Begriffe“, betonte Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, anlässlich der Vorlage des Ergebnispapiers. „BAPID III verdeutlicht, welche Verantwortung Pflegefachpersonen auf verschiedenen Qualifikationsniveaus übernehmen – und was das für die Versorgung bedeutet.“

Ein zentrales Ergebnis der praxisbasierten Konsentierung der knapp 200-seitigen Publikation ist die kritische Zurückweisung der Begriffe „komplexe“ und „hochkomplexe“ Pflegesituationen als Differenzierungskriterium zwischen den BAPID-Typen.

Diese erwiesen sich laut DPR aus Praxissicht als begrifflich unscharf, kontextabhängig und nicht trennscharf operationalisierbar. In der Folge wurden alle entsprechenden Zuschreibungen aus den Kompetenzprofilen entfernt.

Die Abgrenzung erfolgt nun ausschließlich über unterschiedliche Logiken professioneller Verantwortung: Typ II: standardorientierte Durchführung unter Anleitung, Typ III: eigenverantwortliche Pflegeprozessgestaltung, Typ IV: wissenschaftlich begründete Reflexion und Weiterentwicklung pflegerischer Praxis sowie Typ V: fallführende, klinisch-wissenschaftliche Expertise im Sinne Advanced Nursing Practice (APN).

„Nicht die Pflegesituation unterscheidet die Rollen, sondern die professionelle Verantwortung“, erklärte Katharina Genz, Pflegewissenschaftlerin an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) Kiel und federführend für BAPID III verantwortlich.

Pflegesituationen könnten für verschiedene Qualifikationen gleich sein – entscheidend sei, wer welche fachliche Verantwortung übernimmt. BAPID III biete hier eine klare Struktur an und stelle eine fundierte Grundlage für die weitere Diskussion in Praxis, Wissenschaft und Politik dar.

Die Kompetenzprofile sollen zeigen, wie professionelle Pflege sinnvoll eingesetzt, weiterentwickelt und rechtlich abgesichert werden kann – und für politische Maßnahmen wie Befugniserweiterung und Bürokratieabbau in der Pflege genutzt werden. „Politik braucht verlässliche Modelle, um professionelle Pflege zukunftsfähig zu gestalten“, so Vogler. „BAPID III liefert genau das: ein klares, praxisnahes Referenzmodell.“

Zum Hintergrund: Das Projekt BAPID III wurde im Auftrag des DPR von der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel durchgeführt. Es basiert auf der Bildungsmatrix aus BAPID I sowie den Rollenprofilen und Berufsbildern aus BAPID II und wurde seitens des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) gefördert.

aha

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