Ärzteschaft

Rheumatologische Versorgung soll durch virtuelles Forschungszentrum verbessert werden

  • Donnerstag, 4. Juni 2020
Muskelkaterartige Schmerzen treten vor allem im Schulter- und Beckengürtel, Oberarmen und Oberschenkeln auf/psdesign1, stockadobecom
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Kilchberg – Im Rahmen des Rheumatologenkongresses der Europäischen Liga gegen Rheuma (EULAR) wurde die Etablierung eines „EULAR Virtual Research Center“ angekün­digt. Die bereits im Aufbau befindliche virtuelle Struktur soll es ermöglichen, die Lebens­qualität von Patienten mit rheumatischen Beschwerden und anderen Muskel-Skelett-Er­krankungen zu verbessern.

Iain McInnes von der University of Glasgow, Präsident der EULAR, erklärte, man wolle dies mit einem „Team-Science“-Ansatz erreichen. Die Ansätze des digitalen Zeitalters – also die umfassende Nutzung entsprechender technischer Ressourcen bis hin zu den Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz (KI) – könnten dazu beitragen, eine zukunfts­sichere Forschungsplattform aufzubauen.

Das EULAR-Forschungsnetzwerk soll künftig translationale Forschungskapazitäten, tech­nische Infrastruktur sowie Angebote zur rheumatologischen Aus- und Weiterbildung be­reitstellen.

McInnes stellte einen Zeithorizont von ein bis zwei Jahren bis zur vollen Funktionsfähig­keit in Aussicht. Aktuell bemüht sich die EULAR um den Aufbau von lokalen, nationalen und internationalen Kooperationen und Partnerschaften, um bereits bestehende Ansätze, Projekte und Ressourcen einzubinden.

Im Vorfeld des Rheumatologenkongresses wurde zudem eine aktuelle Studie zu COVID-19-Erkrankungen von Rheumapatienten publiziert (DOI: 10.1136/annrheumdis-2020-217871). Als Datenbasis dienten 600 Fälle aus 40 Ländern.

„Die Studie zeigt, dass sich die meisten Patientinnen und Patienten mit rheumatologi­schen Erkrankungen – unabhängig davon, welche Medikamente sie erhalten – von CO­VID-19 erholen“, betonte John Isaacs von der Universität Newcastle. Grundsätzlich müsse aber noch mehr Wissen über den Verlauf einer Infektion mit SARS-CoV-2 bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen generiert werden.

Laut den Ergebnissen der Studie ist die Einnahme konventioneller krankheitsmodifizie­render Antirheumatika (csDMARDs) oder die Einnahme von nichtsteroidale Antirheuma­tika (NSAR) nicht mit einem Krankenhausaufenthalt assoziiert.

Eine Behandlung mit mehr als 10 mg Prednison pro Tag – das entspricht einer mäßigen bis hohen Kortisondosis – war allerdings mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eines Klinikaufenthalts verbunden.

aha

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