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Roche stellt Investitionen in Deutschland auf Prüfstand

  • Montag, 19. Oktober 2026
/picture alliance, CHROMORANGE, Udo Herrmann
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Frankfurt am Main – Der Schweizer Pharmakonzern Roche stellt aus Ärger über Sparvorgaben der Bundesregierung im Gesundheitswesen alle Investitionen in Deutschland auf den Prüfstand. Roche beschäftigt in Deutschland mehr als 18.000 Menschen und baut seinen Standort im bayerischen Penzberg stark aus.

„Wir haben sämtliche künftigen Investitionsentscheidungen in Deutschland erst einmal auf Hold gesetzt“, sagte Roche-Deutschlandchef Daniel Steiners der Welt. Für den Pharmabereich könne er sagen, dass die Politik zuletzt sehr viel Vertrauen zerstört habe. Steiners forderte verlässliche Rahmenbedingungen.

Die Nachricht ist ein Rückschlag für die Bundesregierung, die heute bei einem Investorengipfel in Berlin mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei Unternehmen für den Standort Deutschland wirbt.

Steiners lobte zudem die USA für ihre Industriepolitik. „Die USA haben erkannt, wie wichtig es ist, unsere Industrie zu stärken, und tun jetzt alles dafür, um es für die Unternehmen so einfach und so attraktiv wie möglich zu machen, dort zu investieren. Europa sollte vor allem lernen, sich wieder anzustrengen“, forderte der Manager.

Die Sparpläne der Bundesregierung haben in der Pharmabranche für erhebliche Verärgerung gesorgt. Die Unternehmen kritisieren, dass die Bundesregierung sich im Koalitionsvertrag die Stärkung des Pharmastandorts vorgenommen hat, aber zugleich der Branche schärfere Sparvorgaben verschreibt. Sie kritisieren die Erhöhung des Herstellerrabatts, den Arzneimittelhersteller den Krankenkassen gewähren müssen.

So kündigte der US-Konzern Eli Lilly im Sommer an, geplante Investitionen von 2,5 Milliarden Euro in Rheinland-Pfalz zu halbieren. Und Boehringer Ingelheim strich geplante Ausgaben von 900 Millionen Euro komplett – ebenfalls mit Verweis auf die Sparvorgaben. Auch der US-Pharmakonzern Pfizer hatte aus Ärger über die Politik Investitionen in Deutschland auf den Prüfstand gestellt.

dpa

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