Ärztekammern fordern mehr Studienplätze für Medizin
Mainz – Deutschland braucht mehr Studienplätze für Medizin. Der Ärztemangel hierzulande darf nicht über Ärzte aus dem Ausland gelindert werden. Darauf haben heute die Landesärztekammern Brandenburg (LÄKB) und Rheinland-Pfalz hingewiesen. Erst kürzlich hatte sich bereits die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker, ähnlich geäußert.
Die Ärztekammer in Rheinland-Pfalz wies darauf hin, dass die steigende Arztzahl den Mangel nicht abfangen kann. „Der Zuwachs ist minimal und deckt bei weitem nicht den künftigen Versorgungsbedarf ab“, sagte der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis. Zudem reiche der Anteil der jungen Ärzte bei weitem nicht aus, um die Lücke zu schließen, wenn sich die Älteren in den Ruhestand verabschiedeten. Die Zahl der berufstätigen Ärzte ist den Angaben zufolge 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent auf 17.800 gestiegen. Jeder zweite Mediziner war mindestens 50 Jahre alt.
„Der Mangel an ärztlichem Nachwuchs bei zugleich steigender Altersstruktur und damit ebenfalls steigendem Bedarf an medizinischer Versorgung muss bundesweit gelöst werden“, mahnte LÄKB-Präsident Frank-Ullrich Schulz. Es müssten Möglichkeiten im eigenen Land geschaffen werden, die durchaus vorhandenen Ressourcen zu nutzen. Dies beginne bei der Bereitstellung von mehr Studienplätzen.
„Interessenten für ein Medizinstudium gibt es hier genug. Dass diese dann ins Ausland gehen müssen, um Medizin zu studieren, ist der falsche Weg. Hier findet letztendlich eine Verdrehung der Bedarfe statt“, so Schulz weiter. Man könne nicht Mediziner aus anderen Ländern abziehen und gleichzeitig den eigenen potenziellen Nachwuchs aus dem Blick verlieren. Die Landesärztekammer Brandenburg fordert eine schnelle und finanziell abgesicherte Erhöhung der Anzahl von Studienplätzen für Medizin um mindestens 1.000 pro Jahr.
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