Aktionsbündnis fordert strukturierte Fortbildung und Personalquote in der Notfallpflege
Berlin/Magdeburg – Die Notaufnahmen deutlich aufwerten will eine Allianz von Pflegekräften und Notärzten. Das „Aktionsbündnis Notfallpflege“ fordert, Notaufnahmen als eigenständige Funktionsbereiche anzuerkennen und eine Personalquote für fachweitergebildete Notfallpflegende zügig einzuführen. An dem Aktionsbündnis beteiligen sich unter anderem Mitglieder des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA), und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).
„Die Notfallpflege ist ein immens dynamisches Berufsfeld mit hohem Anforderungsprofil, für das wir qualifizierte Pflegekräfte mit fachübergreifendem Wissen benötigen. Sie müssen dem erhöhten Fehlerrisiko gewachsen sein, das die Notaufnahme gegenüber anderen Bereichen der klinischen Versorgungsbereichen auszeichnet“, erläuterte Felix Walcher, Präsidiumsmitglied der DIVI sowie Direktor der Klink für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg.
„Deutschland hängt bei der Fortbildung noch maximal hinterher – im angloamerikanischen Raum, aber auch in Österreich und der Schweiz sind einheitliche Qualifizierungsmaßnahmen für die Notfallpflege längst gang und gäbe“, sagte die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Katrin Wedler. Sie kritisierte, „hierzulande lernen Notfallpflegekräfte noch immer ‚on the job’, während sich in anderen Teilbereichen der Pflege schon seit Jahrzehnten Qualifizierungsangebote etabliert haben“.
Aufgrund seiner Komplexität gelte die Notaufnahme als Hochrisikobereich, in dem das grundsätzliche Fehlerrisiko im Vergleich zu anderen klinischen Versorgungsbereichen erhöht sei, heißt es in dem Positionspapier. Eine sichere Einschätzung der Behandlungsdringlichkeit und die leitliniengerechte notfallpflegerische und -medizinische Behandlung seien zentrale Aufgaben der in den Notaufnahmen tätigen Mitarbeiter.
Das Aktionsbündnis Notfallpflege zählt daher die Erarbeitung eines nationalen Lernzielkatalogs zu seinen Kernaufgaben. Darauf aufbauend sei „eine inhaltlich abgestimmte Fachweiterbildung in der Notfallpflege unter den verschiedenen Bildungsträgern zu konsentieren und zu etablieren“, heißt es in dem Positionspapier. Notwendig sei außerdem „eine Definition der personellen Ausstattung der Notaufnahmen“. Eine Empfehlung für entsprechende Personalquoten erarbeite das Aktionsbündnis im Augenblick, berichten die Autoren des Positionspapiers.
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