Ärzteschaft

Bayerische Landesärztekammer fordert Überwindung von Sektorengrenzen

  • Donnerstag, 6. Juli 2017

München – Ärzte sollten im Gesundheitswesen eine Führungsrolle übernehmen und innovative Modelle entwickeln, die die Versorgung in den Regionen neu gestalten. Das regt die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) an. „Die Zeit ist reif, den unsichtbaren Graben zwischen Versorgungssektoren in der Prävention, Kuration – ambulant/statio­när – und Rehabilitation zu überwinden und Kooperation, Koordination und Kommuni­kation zwischen den Sektoren zu verbessern – horizontal und vertikal“, schreibt BLÄK-Präsident Max Kaplan, in der Juli/August-Ausgabe des Bayerischen Ärzteblattes.

Für diese innovativen Versorgungsmodelle seien ambulante Netzwerke zwischen Ärzten, Psychotherapeuten, Apothekern, Heilmittelerbringern, ambulanten Pflegediensten oder Gesundheitshandwerkern notwendig. Ergänzt werden sollten diese durch eine „abgestimmte Zusammenarbeit mit stationären Einrichtungen von der Akutversor­gung bis zur Rehabilitation“, so Kaplan.

Die Zusammenarbeit müsse durch entsprechen­de Kooperationsverträge und eine entsprechende Kommunikationstechnologie gewähr­leistet sein. „Der Fokus ist verstärkt auf Prävention, Rehabilitation sowie die Behand­lung chronisch kranker Patienten gerichtet und zielt auf eine stärkere Gesundheits­kompetenz des Patienten selbst und seines sozialen Umfelds ab“, schreibt Kaplan.

Bei der Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung komme dem Hausarzt als Leiter eines interdisziplinären Versorgungsteams eine zentrale Rolle zu. „Zur Stärkung der wohnortnahen Versorgung ist eine Veränderung des Professionenmix in der Versorgung bei größerer Eigenständigkeit der Gesundheitsberufe, jedoch mit Anbindung an eine Hausarztpraxis, eine wichtige Handlungsoption“, so Kaplan in dem Beitrag.

Besonders wichtig sei die Kooperation im Bereich der Notfallversorgung. „Notwendig sind hier eine intensive Kooperation zwischen den Notaufnahmen in Kliniken und den vertragsärztlichen Versorgungsstrukturen sowie der Ausbau der Kooperation mit den Arztnotrufzentralen, Leitstellen und Fahrdiensten. Zur Koordinierung der Notfallversor­gung müssen eindeutige, für die Patienten erkennbare Strukturen vorgehalten werden“, fordert der Kammerpräsident.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung