Ärzteschaft

Hausärzte: Entlastungen für Long-COVID-Patienten und Angehörige

  • Donnerstag, 13. Juli 2023
/freshidea, stock.adobe.com
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Düsseldorf – Der Deutsche Hausärzteverband hat mehr Entlastungs­ange­bote für Long-COVID-Patienten sowie deren Angehörige gefordert.

„Aus unseren Praxen wissen wir, dass viele betroffene Patientinnen und Patienten enorm auf die Unterstüt­zung ihrer Angehörigen angewiesen sind, um ihr tägliches Leben meistern zu können“, sagte Vize-Bundesvor­sitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth heute der Rheinischen Post.

„Eine Förderung der Gesundheitsversorgung im häuslichen Umfeld wie auch eine Stärkung von Unterstüt­zungsangeboten, die Erkrankte und deren Angehörige direkt in ihrem Alltag entlasten, erachten wir daher als wichtige Maßnahmen“, sagte Buhlinger-Göpfarth.

Der Patientenbeauftragte der Bundesegierung, Stefan Schwartze, sprach von einem wichtigen ersten Anstoß zur Verbesserung der Versorgungsangebote. „Als Patientenbeauftragter erreichen mich häufig Schreiben, in denen Erkrankte von ihren Leiden und oftmals von ihrer Hilfslosigkeit berichten“, sagte er.

Viel zu selten noch erhielten Betroffene die medizinische und sozialrechtliche Anerkennung sowie ärztliche Unterstützung, die sie verdienten. Schwartze mahnte, der Umgang mit den Betroffenen müsse sich sowohl in den Arztpraxen als auch im beruf­lichen Umfeld verbessern.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte gestern internationale Experten und Betroffene für den 12. September zu einem Runden Tisch zu Long COVID eingeladen. Dort soll über Symptome, Folgen und mögliche Therapien gesprochen werden.

Untersuchungen zufolge haben in Deutschland rund 2,5 Millionen Menschen weiterhin Folgen einer Corona­infektion. Viele könnten nur noch teilweise arbeiten oder seien berufsunfähig.

Lauterbach sagte, sein Ministerium habe für Informationen und Hilfsangebote die Internetseite www.bmg-longcovid.de freigeschaltet. Sein Haus wolle rund 21 Millionen Euro für Forschungen zur Verfügung stellen. Hinzu kämen weitere 20 Millionen Euro für einen Innovationsfonds. Ursprünglich hatte Lauterbach 100 Millionen Euro an Mitteln angekündigt. Diese Summe sei wegen der Haushaltssituation nicht durchsetzbar gewesen.

kna

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