Initiative unbestechlicher Ärzte für Ende des Pharmadialogs
Berlin – Die Initiative unbestechlicher Ärzte (Mezis) hat die Abschaffung des Pharmadialogs für mehr Transparenz im Gesundheitswesen gefordert. Die Initiative befürchtet einen „neuen Hinterzimmerplausch des Gesundheitsministers Spahn mit den Pharmaspitzen“, wie sie jetzt erklärte.
Wer im vagen Abschlussbericht des letzten Pharmadialogs lese, suche vergeblich nach substanziellen Ergebnissen zu Themen, die für Patienten beziehungsweise Beitragszahler relevant sind, kritisierte die Initiative. Zumindest beim ersten Pharmadialog von 2015/2016 könne das daran gelegen haben, dass weder Ärzte, Patientenvertreter noch Kassen oder andere kritische Organisationen an den vier Treffen teilnehmen durften, hieß es weiter. Die pharmazeutische Industrie habe hingegen gleich mit fünf Spitzenverbänden direkt mit den Bundesministern aus Gesundheit, Forschung und Wirtschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit sprechen dürfen.
„Nach unserer Meinung wurde hier wieder ein einseitiges Agendasetting zugunsten der Pharmaindustrie betrieben“, sagte Mezis-Vorstand Thomas Mayer. Die Initiative hat deshalb die Bundesregierung aufgefordert, diese „undemokratische Klüngelei im Hinterzimmer ohne parlamentarische Kontrolle“ sofort zu beenden. Ansonsten werde sie zum Komplizen der Pharmaindustrie, die weiterhin ungebremst die Arzneimittelausgaben in die Höhe treibe.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: