Junge Ärzte in Westfalen-Lippe zufriedener mit Qualität der Weiterbildung
Münster – Zum vierten Mal seit dem Jahr 2009 hat die Ärztekammer Westfalen-Lippe die Ärzte in der Weiterbildung dazu aufgerufen, Kritik, aber auch Lob an der Facharztweiterbildung zu äußern. 3.156 junge Ärzte nutzten diese Chance. Über die Ergebnisse der Befragung berichtet das Westfälische Ärzteblatt.
Die Umfrage startete Anfang 2016 mit einem Anschreiben an die Weiterbildungsbefugten in Westfalen-Lippe. Sie sollten die Situation der Weiterbildung einschätzen und gleichzeitig die Ärzte in der Weiterbildung ihrer Einrichtung auf die Umfrage hinweisen und sie motivieren, daran teilzunehmen. Die Befragung selbst fokussierte auf die Vermittlung fachspezifischer Kenntnisse, auf die Organisation der Weiterbildung, das Betriebsklima und weitere Rahmenbedingungen. Ein externer Dienstleister erfasste, anonymisierte und verwertete die Rückmeldungen. Die Kammer konnte letztendlich 893 Ergebnisberichte für nahezu 70 Prozent aller Weiterbildungsstätten erstellen. Diese Berichte sind auf der Homepage der Ärztekammer abzurufen. Vorab hatten die Weiterbildungsbefugten die Möglichkeit, ihre Ergebnisse einzusehen und zu kommentieren.
Erwartungsgemäß fielen die Angaben der Weiterbildungsbefugten und der Ärzte in der Weiterbildung zu einzelnen Fragen unterschiedlich aus. So berichten 36 Prozent der jungen Ärzte, dass sie einen Weiterbildungsplan erhielten, der auch gelebt werde. Im Widerspruch dazu berichteten 70 Prozent der Betreuer von einem solchen Plan in ihrer Einrichtung.
Immerhin 77 Prozent der Ärzte in der Weiterbildung bestätigen, dass sie regelmäßige Gespräche mit ihren Ausbildern führen (95 Prozent der Weiterbildungsbefugten bestätigen solche regelmäßigen Gespräche). „Im Ergebnis fiel die Zufriedenheitsanalyse nach Kriterien wie Wissensvermittlung, Umgang mit Notfallsituationen, Organisation, Feedback und Rahmenbedingungen bei den Männern geringfügig besser aus als bei den Frauen, wobei letztere ein gutes Betriebsklima besonders wertschätzen“, berichtet das Westfälische Ärzteblatt.
Insgesamt schnitt die ambulante Weiterbildung bei der Zufriedenheitsanalyse besser ab als die stationäre. Allerdings ist hier auch eine statistische Verzerrung möglich: Laut der Kammer kamen die meisten Rückmeldungen aus dem stationären Bereich. Dies sei einleuchtend, da eine anonyme Rückmeldung der Befragungsergebnisse an eine Praxis wegen der üblicherweise geringen Assistentenzahl dort kaum möglich sei – und so eher positive Rückmeldungen aus der Praxis eingingen.
Die abschließende Frage nach einer grundsätzlichen Weiterempfehlung ihrer Weiterbildungsstätte beantworteten 84 Prozent aller Teilnehmer positiv. Bei der vorangegangenen Umfrage aus dem Jahr 2014 waren es 79 Prozent gewesen. Jährliche Weiterbildungsgespräche hatten 2014 71 Prozent der Teilnehmer in Weiterbildung bestätigt, jetzt 77 Prozent.
„Die Ergebnisberichte sollen nicht nur potenziellen Weiterbildungsassistenten einen Eindruck von ihrer künftigen Weiterbildungsstätte vermitteln, sondern auch den Weiterbildungsbefugten das Erkennen von Schwachstellen und Optimierungspotenzialen ermöglichen“, hieß es aus der Ärztekammer.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: