KV Nordrhein zieht positive Halbjahresbilanz ihrer Fahrdienstreform

Düsseldorf – Die Neuaufstellung des ärztlichen Fahrdienstes im Rheinland hat sich bewährt. Dieses Fazit zieht die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein ein halbes Jahr nach dem Start des neuen Systems.
Zum Jahresbeginn 2026 hatte die KV den ärztlichen Fahrdienst grundlegend neu aufgestellt. Die Neuregelung galt als Pilotprojekt zunächst im Raum Düsseldorf/Neuss, zum April dann in ganz Nordrhein.
Damit ruht in Nordrhein die Verpflichtung der niedergelassenen Haus- und Fachärzte, Fahrdienste im Rahmen des ambulanten Notdienstes zu übernehmen. Stattdessen führen Kooperationsärztinnen und -ärzte diese Besuche durch – also Mediziner, die sich bewusst und freiwillig für diese Aufgabe entschieden haben.
Die KV kooperiert zudem mit einem Dienstleister, der Fahrzeuge und Fahrer stellt. Statt 54 kleinteiliger und teils unterschiedlicher Fahrdienstbezirke gibt es nun zudem 20 neu zugeschnittene Bereiche.
„Über 800 Kolleginnen und Kollegen haben sich aktiv für den neuen Fahrdienst entschieden und einen Kooperationsvertrag mit uns geschlossen“, sagte Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.
Jede Ärztin beziehungsweise Arzt im Fahrdienst sei permanent mit der 116117-Disposition der KV in Köln verbunden und erhalte von dort Einsatzdaten und Patienteninformationen. Die anschließende Dokumentation und die Abrechnung würden ebenfalls unterstützt.
„Der hohe Zuspruch innerhalb der Ärzteschaft zeigte sich jüngst wieder bei der Dienstplanung für das vierte Quartal 2026: Innerhalb von nur zwölf Stunden wurden über 6.000 Dienste digital vorgeplant und vergeben. Damit sind sämtliche Fahrdienste bis Jahresende bereits heute vollständig personell besetzt“, informiert die KV.
Auch finanziell hat die Neustruktur nach Angaben der KV mehr Klarheit geschaffen. Statt teils regional stark unterschiedlicher Umlagen für Ärzte gilt seit Jahresbeginn eine einheitliche Mitgliedsumlage für die Sitz- und Fahrdienststrukturen in Nordrhein von 242 Euro pro Quartal.
„Unser Fahrdienst funktioniert, weil er auf echten Bedürfnissen aufgebaut ist: auf dem Wunsch der Ärztinnen und Ärzte nach Planbarkeit und Entlastung – und auf dem Anspruch der Menschen in Nordrhein, auch nachts und am Wochenende verlässlich versorgt zu werden. Beides gelingt“, zieht Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein, ein Fazit der Reform.
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