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Drei von vier Krankenhäusern in Baden-Württemberg rechnen mit Verlusten

  • Freitag, 7. August 2026
/adragan, stock.adobe.com
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Stuttgart – Eine „dramatische Zuspitzung der wirtschaftlichen Lage der Krankenhäuser im Land“ zeigt eine neue Befragung der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG). Danach rechnen rund drei Viertel der Kliniken im Land dieses Jahr mit Verlusten.

BWKG-Vorstandsvorsitzende Heiner Scheffold bezieht sich auf den sogenannten BWKG-Indikator, für den die Krankenhausgesellschaft Geschäftsführende der baden-württembergischen Krankenhäuser im Juni/Juli 2026 befragt hat.

Danach erwarten 74,8 Prozent der Krankenhäuser für das Jahr 2026 Verluste. Im vergangenen Jahr hatte dieser Anteil bei 64 Prozent gelegen. 79,3 Prozent der Geschäftsführenden gehen zudem davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage ihrer Klinik weiter verschlechtern wird.

„Diese Zahlen spiegeln die Auswirkungen der tiefen Einschnitte in die Finanzierungsbasis der Kliniken durch den Wegfall des Rechnungszuschlags und die Kürzungen des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Damit rutschen die Kliniken immer tiefer in die Krise“, so Scheffold.

Die Krankenhäuser könnten diese Defizite nicht dauerhaft aus eigener Kraft auffangen, und auch ihre Träger seien nicht mehr in der Lage, Jahr für Jahr Millionenbeträge zuzuschießen, so der BWKG-Vorstandsvorsitzende.

Er fordert ab 2027 ein Krankenhaus-Nothilfeprogramm – ansonsten werde es zu einem „kalten Strukturwandel kommen, bei dem immer häufiger allein das Geld und nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung darüber entscheiden, ob Leistungen noch an einem Standort erbracht werden“, so Scheffold. Solche ungeplanten Einschnitte gefährdeten eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung, warnte er.

Dem BWKG-Indikator zufolge bezeichnen 47,7 Prozent der Geschäftsführenden die Besetzung ärztlicher Stellen weiterhin als schwierig oder eher schwierig. Bei den Pflegefachkräften berichten 56 Prozent von Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung, im Funktionsdienst sind es 63,9 Prozent. In diesen Bereichen waren die Zahlen in den vergangenen Jahren häufig höher.

Gleichzeitig erwägen 27,5 Prozent der Krankenhausgeschäftsführenden, Personal abzubauen. „Dass die Besetzung freier Stellen leichter wird, ist also eine direkte Folge der finanziellen Not“, interpretiert Scheffold die Zahlen.„Die Krankenhäuser brauchen praxisnahe Rahmenbedingungen, eine ausreichende Finanzierung und echte Planungssicherheit“, forderte er.

hil

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