Hebammenkapazitäten rechnerisch gestiegen

Berlin – Auf eine rechnerische Verbesserung der Hebammenkapazitäten für die vergangenen Jahre weist ein aktuelles Factsheet des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) hin. Im Beobachtungszeitraum sanken demnach die Geburtenzahlen, die Zahl der vertraglich erfassten Hebammen blieb weitgehend stabil.
Zwischen 2017 und 2025 sank die Zahl der Geburten in Deutschland laut bifg von rund 785.000 auf etwa 654.000. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Hebammen, die am Hebammenhilfevertrag teilnehmen, nur geringfügig von rund 17.300 auf etwa 17.800.
Damit blieb die Zahl der vertraglich erfassten Hebammen weitgehend stabil – daraus folgt rechnerisch eine höhere Zahl an Hebammen pro Geburt.
Nach den Daten des Factsheets zeigt sich diese Entwicklung in mehreren Versorgungsbereichen. In der Wochenbettbetreuung stieg die Zahl der Hebammen von 22,0 im Jahr 2017 auf 27,3 im Jahr 2025 je 1.000 Geburten.
Auch im Krankenhaus nahm die rechnerische Kapazität zu; hier erhöhte sich das Verhältnis von 19,7 auf 30,4 Hebammen je 1.000 Geburten. Rückläufig war dagegen die Zahl der Beleghebammen, die von 5,3 auf 4,8 je 1.000 Geburten sank.
Zugleich verweist das Factsheet darauf, dass bundesweite Kennzahlen die tatsächliche Versorgungssituation nur eingeschränkt abbilden. Auf regionaler Ebene unterscheiden sich die Hebammenkapazitäten demnach zum Teil erheblich. Während einige Regionen höhere rechnerische Kapazitäten aufweisen, liegen die Werte in anderen Regionen niedriger.
Die Darstellung der Hebammenkapazitäten auf Ebene der Landkreise zeigt diese sehr unterschiedliche Verteilung: Die Hebammendichte bezogen auf 1.000 Geburten ist im Durchschnitt in Ostdeutschland mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt am höchsten und in der Eifel und in Ostbayern am niedrigsten.
Aus Sicht des Instituts führt eine fehlende Steuerung zu den regionalen Unterschieden in der Versorgungsdichte. In Deutschland gebe es aktuell Vorschläge zu einer Planung von Hebammenleistungen, die jedoch bisher nicht umgesetzt worden seien.
Nach Angaben des bifg wird die Beurteilung der Versorgungslage durch die Datenlage erschwert. Die tatsächliche Zahl der in Deutschland tätigen Hebammen lasse sich nicht eindeutig bestimmen, da unterschiedliche Beschäftigungs- und Abrechnungssysteme nebeneinander bestünden.
Hebammen könnten angestellt, freiberuflich oder in beiden Formen parallel tätig sein. Die verfügbaren Datenquellen ließen sich deshalb nicht ohne Weiteres zu einer belastbaren Gesamtzahl der tatsächlich arbeitenden Hebammen zusammenführen.
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