Krankenhausreform steigert Bereitschaft zum Jobwechsel bei der Ärzteschaft

Köln – Ein Großteil der angestellten Ärzte in Deutschland ist grundsätzlich zu einem Arbeitsplatzwechsel bereit. Einer Befragung des Wissenschaftlichen Instituts für Presseforschung und Publikumsanalysen (WIP) zufolge schließen nur 20,1 Prozent einen Jobwechsel kategorisch aus.
In der Umfrage im Auftrag des Deutschen Ärzteverlags – aerztestellen.de – zeigten sich 63,2 Prozent offen für attraktive Angebote (ohne aktiv auf Jobsuche zu sein) – weitere 16,5 Prozent waren aktiv auf Stellensuche. Ein wichtiger Einflussfaktor könnten die noch immer laufenden Diskussionen rund um die Krankenhausreform sein, welche offenbar für Verunsicherung innerhalb der Ärzteschaft sorgen.
Gefragt, ob die geplante Reform Einfluss auf die Job-Wechselbereitschaft hat, antworteten 25,8 Prozent der latent und aktiv Suchenden mit „Ja“. 22,7 Prozent gaben an, zu befürchten, dass sich ihre Arbeitsbedingungen durch die Klinikreform verschlechtern könnten.
Diese Sorge treibt laut der Befragung überdurchschnittlich viele Chef- (38,6 Prozent) und Oberärztinnen und -ärzte (29,1 Prozent) um. 3,1 Prozent gaben an, dass die eigene Fachrichtung oder Leistungsgruppe beim aktuellen Arbeitgeber künftig nicht mehr angeboten wird.
Wie die Befragung weiter zeigt, spielt bei der Suche nach einem neuen Job in Anstellung vor allem die Regionalität eine wichtige Rolle. 69,3 Prozent der Ärztinnen und Ärzte suchten demnach in einem Umkreis von maximal 100 Kilometern um den eigenen Wohnort einen Arbeitgeber. Dabei spielte die Wohnortnähe für Frauen mit 76,2 Prozent eine deutlich größere Rolle als für Männer (61,9 Prozent).
Deutschlandweit suchten 8,5 Prozent der Befragten nach einem Arbeitsplatz, weitere 9,2 Prozent im deutschen Sprachraum inklusive Österreich und der Schweiz. Immerhin 8,5 Prozent suchten auch international außerhalb dieses Bereichs nach einem neuen Job.
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