Politik

Ruf nach besserer Bezahlung für Pflegekräfte

  • Dienstag, 30. April 2019
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Berlin – Die Grünen wünschen sich eine bessere Bezahlung von Pflegekräften und Er­zie­hern in Kindertagesstätten. Ohne die Berufe des „Kümmerns“ und der sozialen Arbeit „würden unser Wirtschaftssystem und unsere Gesellschaft als Ganzes nicht funktionieren“, schreiben mehrere führende Grünen-Politikerinnen in ihrem Papier „Kümmern als Beruf“. Doch werde diesen Fachkräften – meist Frauen – nach wie vor ein zu geringer Wert bei­gemessen.

Die „Kümmer-Berufe“ würden „wie Hilfskräfte bezahlt nach dem Motto ‚Pflegen kann je­der' oder ‚In der Kita wird ja nur gespielt’“, beklagen Parteivize Gesine Agena, die baden-württembergische Grünen-Chefin Sandra Detzer, Fraktionsvize Katja Dörner und die pfle­gepolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Kordula Schulz-Asche. Dabei sei die Gesell­schaft auf sie angewiesen.

Die Grünen-Politikerinnen fordern flächendeckende Tarifverträge und zugleich eine „deut­­lich besserer Bezahlung sozialer Arbeit“. „Die heutige Bezahlung in den Kümmer-Berufen wird deren Professionalität und ihrer Verantwortung für unser aller Wohl nicht gerecht“, heißt es in dem Papier.

Wertschätzung drücke sich in der Bezahlung aus, „aber bei Weitem nicht nur“. Angesetzt werden müsse bereits bei der Ausbildung, schreiben die Grünen: So müssten Schulgelder abgeschafft und während der Ausbildung tarifgebundene Vergütungen bezahlt werden. Das „A und O“ für eine gute Betreuung und Pflege sei ausreichend Personal. Daher setzen sich die Grünen für einen verbindlichen Personalschlüssel für Pflege und Kitas auf Bun­des­ebene ein. Dieser dürfe nicht unterschritten werden.

Der Bundesregierung warfen die Grünen Tatenlosigkeit vor. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) oder Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) fänden zwar „warme Worte für die vielen Menschen, die sich beruflich um andere kümmern“, sagte Dörner den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks von heute, die zuerst über das Papier berichtet hatten.

„Aber echte Wertschätzung und auch eine konkrete Aufwertung der Berufe sieht anders aus“, fügte die Grünen-Abgeordnete hinzu. Gerade frauenpolitisch wäre es „mehr als an­gesagt, Kümmerer-Berufe zu Berufen mit gutem Einkommen und guten Perspektiven zu machen“.

afp

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