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Ruf nach mehr Engagement für psychische Gesundheit in der Arbeitswelt

  • Freitag, 23. Oktober 2026
/Jadon B, peopleimages.com, stock.adobe.com
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Berlin – Psychische Erkrankungen sind eine zentrale Herausforderung für die Arbeitswelt. Die Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Gesundheitspolitik muss daher einen besonderen Schwerpunkt darauf legen, die psychische Gesundheit im Beruf zu schützen und zu stärken. Das mahnt die Nationale Präventionskonferenz (NPK) in einem neuen Positionspapier an.

„Lange Fehlzeiten, zunehmende Einsamkeit und eine hohe Zahl von Erwerbsminderungsrenten aufgrund von psychischen Erkrankungen müssen uns alarmieren. Menschen drohen den Kontakt zum sozialen Umfeld und zur Arbeitswelt zu verlieren und unserer Wirtschaft gehen wichtige Ressourcen verloren“, erklärte der amtierende NPK-Vorsitzende und Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Stephan Fasshauer.

Allein im Jahr 2024 gingen 147,3 Millionen krankheitsbedingte Fehltage und 42 Prozent der Erwerbsminderungsrenten auf psychische Erkrankungen zurück, warnt die NPK. Deren Mitglieder drängen auf Maßnahmen in drei Bereichen: Wichtig sei, Prävention und Gesundheitsförderung im Betrieb systematisch zu stärken.

„Gefährdungsbeurteilungen, auch im Hinblick auf die psychische Belastung, müssen gerade für kleine und mittlere Unternehmen einfacher und digitaler werden. Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung sollten steuerlich stärker gefördert und Nachweispflichten vereinfacht werden“, konkretisiert das Positionspapier diese Forderung. 

Nötig sei zweitens, auch Ausbildung und Studium gesundheitsförderlich zu gestalten. Dazu sollten unter anderem die Entwicklung von Sicherheits- und Gesundheitskompetenzen stärker in die Rahmenlehrpläne der Schulen und Vorgaben der Hochschulen integriert werden.

Außerdem gehe es – drittens – darum, die Erwerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern: „Psychische Gesundheit muss fester Bestandteil der Qualifizierung von Führungs-, Fach- und Personalverantwortlichen werden. Betriebliches Eingliederungsmanagement sollte über Anreizsysteme stärker gefördert werden können“, so die NPK. Außerdem sollten Kampagnen zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen aus Steuermitteln finanziert werden.

Aufgabe der seit 2015 bestehenden NPK ist, eine nationale Präventionsstrategie zu entwickeln und fortzuschreiben. Träger der NPK sind die gesetzliche Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung sowie die soziale Pflegeversicherung, vertreten durch ihre Spitzenorganisationen. Außerdem ist der Verband der Privaten Krankenversicherung stimmberechtigtes NPK-Mitglied.

hil

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