Schulgeld für nichtakademische Gesundheitsberufe in Mecklenburg-Vorpommern auf Prüfstand

Schwerin – Nach der Pflegeausbildung soll in Mecklenburg-Vorpommern auch das Schulgeld für die Ausbildung in nichtakademischen Gesundheitsberufen abgeschafft werden. Damit könne ein weiterer wichtiger Beitrag geleistet werden, um künftig ausreichend Nachwuchskräfte für das Gesundheitswesen zu gewinnen, sagte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) heute im Landtag in Schwerin. Doch erfordere die Umsetzung „umfassende zeitliche und finanzielle Ressourcen“, betonte der Minister und vermied damit die Festlegung auf einen Startzeitpunkt.
Mit den Stimmen aller Fraktionen wurde ein Antrag der Linken für die zügige Abschaffung des nur von privaten Bildungseinrichtungen erhobenen Schulgelds zur Beratung in die Ausschüsse überwiesen. Bereits beschlossen ist, dass im Nordosten vom Schuljahr 2019/20 an Auszubildende in der Pflege in allen Jahrgängen vom Schulgeld befreit werden. Bundesweit soll die kostenlose Ausbildung ab 2020 gelten.
Torsten Koplin von der Linksfraktion nannte es „eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“, auch in der Ausbildung von Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Diätassistenten das Schulgeld abzuschaffen. Die Ausbildungsgebühr erschwere zudem die bedarfsgerechte Ausbildung in nichtakademischen Gesundheitsberufen.
„Allein in den vergangenen sechs Jahren hat sich die Zahl der offenen Stellen auf diesem Gebiet um 83 Prozent auf 1.102 erhöht“, sagte Koplin. Das Schulgeld aber schrecke viele junge Leute ab, einen solchen Beruf zu ergreifen. Andere Bundesländer würden das Schulgeld abschaffen. „Damit entsteht für unser Land auch zunehmend ein Wettbewerbsnachteil“, warnte Koplin.
Glawe verwies darauf, dass die Bundesregierung die Abschaffung des Schulgeldes in den Gesundheitsberufen im Koalitionsvertrag verankert und eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe dazu einberufen habe.
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