Vermischtes

Senioren­organisationen fordern Verbesserungen bei Pflegezeit

  • Mittwoch, 4. April 2018

Bonn – Eine mehrmonatige Pflegezeit nach dem Modell der Elternzeit fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO). Viele der pflegenden Angehörigen seien berufstätig. Sie brauchten mehr Unterstützung, sagte der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering gestern in Bonn. „Was uns für Eltern heute als selbstverständlich erscheint, muss auch für pflegende Angehörige gelten.“

Der frühere SPD-Vorsitzende äußerte sich zum Tag der älteren Generation, der gestern begangen wurde. Er fügte hinzu, die aktuellen Regelungen des Pflegezeitgesetzes, die zur Vereinbarkeit von beruflichen und pflegerischen Aufgaben beitragen sollen, reichten nicht aus. Das zinslose Darlehen, das pflegenden Angehörigen seit 2015 angeboten wird, sei 2017 lediglich 181-mal bewilligt worden und habe sich damit nicht bewährt.

Die BAGSO fordert, dass die Ansprüche von Beschäftigten, die einen Angehörigen pflegen, nach dem Vorbild der Regelungen für Eltern ausgestaltet werden. Mehr­monatige berufliche Freistellungen sollten – wie beim Elterngeld – aus Steuergeldern finanziert werden. Vor allem aber brauchten die Pflegenden eine Rückkehrgarantie in ihren Betrieb.

Änderungen sind laut Bundesarbeitsgemeinschaft auch beim Anspruch auf zehn arbeitsfreie Tage bei kurzzeitiger Verhinderung durch Pflegeaufgaben notwendig. Beschäftigten mit Pflegeverantwortung sollten diese zehn Tage nicht nur einmalig, sondern jährlich zustehen, wie berufstätigen Eltern, deren Kinder erkranken.

Zudem müssten die Tage flexibel eingesetzt werden können. Alle Ansprüche müssten unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten gelten und auch kurzfristig in Anspruch genommen werden können.

kna

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