Sparmaßnahmen: KV Berlin stellt Praxisförderung ein

Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV Berlin) will ab dem kommenden Jahr die Förderung zur Niederlassung in schlechter versorgten Bezirken einstellen und den Aufbau KV-eigener Praxen nicht mehr vorantreiben.
Das hat die Vertreterversammlung der Organisation entschieden. Grund für die Entscheidung sind die Sparmaßnahmen im Rahmen des bevorstehenden GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes.
Bislang unterstützte die KV Neuniederlassungen, Praxisübernahmen oder die Gründung einer Zweigpraxis mit bis zu 70.000 Euro. Sie unterhält außerdem im Augenblick fünf eigene Praxen.
„Mit unserem Förderprogramm wollen wir die ärztliche Versorgung verbessern und langfristig sichern, können das ab dem kommenden Jahr aber leider nicht mehr gewährleisten“, erklärte der Vorstand der KV, Burkhard Ruppert, Christiane Wessel und Günter Scherer. Die Sparvorgaben hätten auch Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit.
Schon heute gibt es nach Angaben der der KV in vielen Randbezirken Berlins weniger Praxen und es sei schwierig, neue Ärzte sowie Psychotherapeuten für diese Stadtteile zu gewinnen.
„Mit der gestrichenen Förderung wird sich dieses Problem verstärken und die Versorgung verschlechtern“, warnte die KV. Die Aufgabe zur Förderung liege nun umso stärker bei der Politik, um die Versorgung Berlins zu erhalten.
„Praxen sind Unternehmen, die nicht endlos strapaziert werden können. Daher werden sie künftig keine weiteren unbezahlten Leistungen erbringen“, erklärte der KV-Vorstand. Dies würden Patientinnen und Patienten zu spüren bekommen, weil es weniger Termine und längere Wartezeiten geben werde, hieß es.
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