Politik

Tausende Kinder von Alkoholspektrum­störung betroffen

  • Montag, 17. Juli 2017
/highwaystarz, stock.adobe.com
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Berlin – Die „Fetal Alcohol Spectrum Disorders“ (FASD) oder Alkoholspektrumstörung ist die häufigste angeborene Störung mit Intelligenzminderung in Deutschland. Jedes Jahr kommen hierzulande zwischen 3.000 und 4.000 Kinder mit der Störung zur Welt. Darauf haben der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, der Berufsverband der Frauenärzte und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU) hingewiesen.

„Das zeigt, wir müssen viel mehr für die Prävention tun“, sagte Mortler anlässlich einer Fachtagung zum Thema in Berlin. Wichtig sei außerdem, Menschen mit FASD nicht allein zu lassen. „Je früher diese Symptomatik erkannt wird, umso besser für die Betroffenen. Menschen mit FASD brauchen gute und gezielte Unterstützung, sowohl durch professionelle Institutionen als auch durch die Selbsthilfe“, sagte Mortler.

Kleinste Menge schadet

„Alle Frauen, die schwanger werden wollen, und alle Schwangeren müssen wissen, dass schon kleinste Mengen Alkohol ihr Kind lebenslang schädigen können, dass sie nicht mehr trinken dürfen, sobald sie schwanger sind“, sagte Christian Albring, Präsi­dent des Berufsverbandes der Frauenärzte. Dieses Wissen muss in der Bevölkerung noch mehr als heute verbreitet werden. „Weil die Behinderung nicht immer auf den ersten Blick einzuordnen ist, dauert es oft jahrelang, bis die Betroffenen kompe­tente Hilfe finden“, ergänzte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Angeborene Fehlbildungen, geistige Behinderungen, hirnorganische Beeinträchti­gungen, Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS können Symptome von FASD sein. Da diese Symptome auch bei anderen Krankheiten und auch isoliert auftreten können, werden viele FASD-Patienten laut Fischbach zunächst nicht als solche erkannt.

Mortler wies in diesem Zusammenhang auf die „Leitlinien für die Diagnose der Fetalen Alkoholspektrumstörung“ hin, welche die Drogenbeauftragte unterstützt hat.

hil

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