Politik

Transformationsfonds: Länder setzen vor allem auf Telemedizin und Konzentration

  • Donnerstag, 9. Juli 2026
/Flexmedia, stock.adobe.com
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Berlin – Die Bundesländer wollen die Finanzmittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds vor allem zur Konzentration von Standorten und Bildung von telemedizinischen Netzwerkstrukturen sowie integrierter Notfallstrukturen nutzen. Das geht aus einer Übersicht des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS) von Ende Juni hervor.

Bereits Ende 2025 konnten die Bundesländer erste Anträge zur Förderung von Vorhaben durch den Krankenhaustransformationsfonds stellen. Mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) waren die Länder an Fristen gebunden und mussten jeweils im Vorjahr entsprechende Gelder beantragen. Durch die Änderung im Krankenhausanpassungsgesetz (KHAG) von Mitte April können die Länder nun aber auch jederzeit – also unterjährig – entsprechende Anträge stellen.

„Die Länder haben 254 der 255 Anträge im vergangenen Kalenderjahr gestellt“, erklärte ein Sprecher des BAS auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblatts. Dazu gehören elf Länder: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen. Die anderen Länder haben noch keine Anträge gestellt.

Das BAS geht davon aus, dass diese Länder noch in diesem Kalenderjahr erstmalig Anträge stellen werden. Die Übersicht des BAS zu beantragten und bewilligten Fördermitteln des Transformationsfonds wird monatlich aktualisiert und veröffentlicht.

Bei den meisten der 255 gestellten Anträge geht es um den Aufbau und die Finanzierung von telemedizinischen Netzwerken (78). Diesbezüglich werde das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bis zum 30. September 2026 bundeseinheitliche Vorgaben als verbindliche Mindestanforderungen festlegen, erläuterte das BAS.

Danach folgen Vorhaben zur Konzentration (69). An dritter Stelle stehen Anträge zur Bildung integrierter Notfallstrukturen (34). Weiter wollen die Länder aber auch regional begrenzte Krankenhausverbünde bilden und weiterentwickeln (28) sowie Krankenhäuser in sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen umstrukturieren (25).

Der Transformationsfonds soll darüber hinaus auch Vorhaben fördern, die Zentren zur Behandlung seltener, komplexer und schwerwiegender Erkrankungen an Hochschulkliniken auf- und ausbauen (13) und Ausbildungskapazitäten schaffen (5). Zudem wollen die Länder in drei Anträgen das Geld auch nutzen, um Krankenhausstandorte zu schließen.

Berlin ist Spitzenreiter unter Antragstellern

Die Übersicht des BAS zeigt auch, welche Länder wie viel Bundesmittel beantragt haben. Insgesamt haben die Länder für die 255 Anträge rund 4,3 Milliarden Euro Bundesmittel beantragt. Für 2026 gibt es zwar maximal 3,5 Milliarden Euro Bundesmittel, aber die beantragten Förderungen können sich auch über mehrere Jahre erstrecken.

Spitzenreiter unter den Antragstellern ist Berlin. Die Bundeshauptstadt hat allein 191 von den insgesamt 255 Anträgen gestellt und bislang knapp drei Milliarden Euro Bundesmittel – und damit deutlich zu viel – beantragt. Zur Einordnung: Berlin stehen nach dem Königsteiner Schlüssel zwischen 2026 und 2029 knapp 182 Millionen Euro pro Jahr an entsprechenden Bundesmitteln zu. Ab 2030 wird diese Summe etwas sinken.

Bewilligt hat das BAS erst drei Ländern Fördermittel. Hessen hat demnach rund zwei Millionen Euro Bundesmittel erhalten, Niedersachsen knapp 144 Millionen Euro und Nordrhein-Westfalen rund 45 Millionen Euro.

Der Übersicht zufolge will allein Berlin bislang Vorhaben fördern lassen, die Krankenhäuser in sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen umwandeln, regional begrenzte Krankenhausverbünde aufbauen und Ausbildungskapazitäten schaffen sollen. Auch bei der geplanten Bildung von Zentren zur Behandlung von seltenen Erkrankungen ist Berlin vorne mit dabei (12), aber auch Hessen hat einen entsprechenden Antrag gestellt.

Mit dem Ausbau telemedizinischer Netzwerke wollen neben Berlin (42 Anträge) auch Hessen (35) und Saarland (1) starten. Krankenhausstandorte stärker konzentrieren wollen Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und NRW.

Die Mittel aus dem Transformationsfonds wollen zudem Berlin, Bremen, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen nutzen, um integrierte Notfallstrukturen aufzubauen. Schließungsvorhaben sind in Berlin (2) und Hamburg (1) bislang geplant.

cmk

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