Überschuss der Krankenkassen bei rund 1,5 Milliarden Euro

Berlin – Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat sich nochmals verbessert. Ende September wiesen die 117 Krankenkassen einen Überschuss von knapp 1,5 Milliarden Euro aus. Das berichtete heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter Berufung auf Daten der Krankenkassen. Diese hätten ihren Überschuss von 600 Millionen Euro aus dem ersten Halbjahr im dritten Quartal damit mehr als verdoppelt.
Wie aus Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums zu vernehmen ist, sollen die Zahlen der FAZ den richtigen Trend widerspiegeln. Eine Bestätigung gibt es dafür indes nicht. Das Ministerium will die Finanzentwicklung der GKV dem Vernehmen nach in den nächsten Tagen offiziell bekanntgeben. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, die gesetzliche Krankenversicherung stehe „finanziell auf einem sicheren Fundament“.
Der FAZ zufolge hat sich die Finanzlage der Kassenarten nach wie vor sehr unterschiedlich entwickelt. Mit 757 Millionen Euro weisen laut Zeitung die Ersatzkassen den höchsten Überschuss aus. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) folgen mit 558 Millionen Euro. Die Knappschaft nannte ein Plus von 124 Millionen Euro, und auch die Betriebskrankenkassen erwarteten ein leicht positives Ergebnis. Nur die Innungskassen rutschen demnach leicht ins Defizit.
Als Grund für die positive Entwicklung wurden den Angaben zufolge die verhaltene Entwicklung der Ausgaben genannt. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, warnte im Gespräch mit der Zeitung davor, von der derzeit guten Lage auf die Zukunft zu schließen: „Wir stellen uns auf starke Ausgabenschübe im nächsten Jahr ein, erst dann werden die vielen kostspieligen Reformen durchschlagen.“
Der Deutsche Hausärzteverband (DHÄV) forderte angesichts der Zahlen, dass die Krankenkassen das Geld in eine bessere Versorgung investieren. „Es ist seit Jahren immer das gleiche Spiel: Die Krankenkassen klagen über ihre angeblich so angespannte Finanzsituation und drohen mit steigenden Zusatzbeiträgen für ihre Versicherten, um kurze Zeit später enorme Überschüsse zu vermelden“, sagte der DHÄV-Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt. Die Taktiererei nehme den Kassen niemand mehr ab.
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