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Umfrage: Vertrauen in Wissenschaft seit Pandemie weltweit gesunken

  • Donnerstag, 15. Oktober 2026
/Gorodenkoff, stock.adobe.com
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Berlin – Das Vertrauen in die Wissenschaft weltweit ist einer groß angelegten Umfrage zufolge in den vergangenen Jahren gesunken. Das Level liegt demnach inzwischen wieder niedriger als vor der COVID-19-Pandemie. Wie ausgeprägt das Vertrauen ist, hänge auch mit dem Vertrauen ins Gesundheitssystem zusammen.

Das geht aus dem Wellcome Global Monitor 2026 hervor, der vor wenigen Tagen beim World Health Summit (WHS) in Berlin vorgestellt wurde. Dafür wurden mehr als 140.000 Menschen in 140 Ländern befragt. Bisher gab es drei Wellen in den Jahren 2018, 2020 und 2025.

In diesem Zeitraum ist der Anteil der Befragten, die nach eigenen Angaben zumindest ein gewisses Vertrauen in die Wissenschaft haben, durchschnittlich von 77 Prozent auf 72 Prozent gefallen. Zu Beginn der Pandemie im Jahr 2020 hingegen war ein Höchstwert von 80 Prozent erreicht worden.

Die Entwicklung verläuft in den einzelnen Ländern und gesellschaftlichen Gruppen unterschiedlich. So wurden die stärksten Vertrauensverluste bei jenen Menschen verzeichnet, die von finanziellen Schwierigkeiten berichten.

Besonders ausgeprägt war das Vertrauen bei Befragten, die auch angaben, dass sie sehr viel Vertrauen etwa in die Krankenhäuser im Land hätten. Auch der wahrgenommene Nutzen von Wissenschaft spielt den Angaben zufolge eine Rolle.

Deutschland wird im Bericht als eines der Länder mit eher hohen Vertrauenswerten angeführt, in denen mindestens jeder Zweite von Vertrauen in Wissenschaft berichtete. Dazu zählen etwa auch die USA, Großbritannien und weitere europäische Länder. In anderen Weltregionen vertrauen bei dem Thema weniger als einer von zehn Befragten, darunter etwa Somalia und Pakistan.

Beim Weltgesundheitsgipfel diskutierten Fachleute aus verschiedenen Bereichen die Ergebnisse vor dem Hintergrund der Wissenschaftskommunikation in der SARS-CoV-2-Pandemie und im Hinblick auf die Inanspruchnahme von Impfungen.

Einer der Appelle dabei: Man dürfe die Meinungen der Menschen nicht von oben herab abtun, sondern müsse sich mit den Ursachen von Unsicherheiten und Zweifeln beschäftigen. Unterschiedliche Diskussionsteilnehmer betonten, dass Ehrlichkeit über eigene Fehleinschätzungen und einhaltbare Versprechen gefragt seien, wenn man Vertrauen aufbauen und erhalten wolle.

Bei der Kommunikation von (Un-)Sicherheiten bei Public-Health-Themen komme es auf einen Mittelweg an, betonte John-Arne Røttingen vom Wellcome Trust. Es sei falsch, zu große Sicherheit zu kommunizieren – aber umgekehrt genauso.

Der Virologe Christian Drosten (Charité Berlin) kritisierte, dass sich aus Politik und Medien heraus die Vorstellung verbreitet habe, dass Wissenschaft grundsätzlich mit Unsicherheit behaftet sei und sich Einschätzungen von Tag zu Tag grundlegend ändern könnten. Vor allem in der Medizin und den Lebenswissenschaften sei dies falsch, sagte Drosten. Der Wissenshorizont verschiebe sich zwar, aber in der Regel nicht in die entgegengesetzte Richtung.

In einem postfaktischen und von Emotionen getriebenen Politik- und Medienumfeld sei es womöglich nötig, dass auch bei der Wissenschaftskommunikation mehr auf Personalisierung gesetzt wird, regte der Virologe an. Es reiche nicht mehr, nur die Fakten zusammenzufassen. Er glaube zunehmend, dass etwa die Leitungen von Wissenschaftsinstitutionen stärker in Erscheinung treten sollten, es brauche ein Korrektiv zum politisch-medialen Diskurs.

ggr

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