Hochschulen

Universität Duisburg-Essen entwickelt Frühwarnsystem für Infektionsausbrüche in Krankenhäusern

  • Donnerstag, 12. März 2026
/Microgen, stock.adobe.com
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Duisburg-Essen – Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen entwickelt ein Frühwarnsystem, das Infektionsausbrüche in Krankenhäusern schneller erkennen soll. Es beruht auf der Analyse von Patienten-, Trink- und Abwasserproben, die mittels Künstlicher Intelligenz (KI) ausgewertet werden.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Projekt namens „VaSequIs“ für 14 Monate mit über 1,5 Millionen Euro.

Das Universitätsklinikum Essen setzt im Rahmen des Vorhabens automatische Probennehmer ein, die über speziell gefertigte Rohradapter 24 Stunden täglich Abwasserproben entnehmen. Anschließend werden die Proben molekularbiologisch analysiert und genomsequenziert.

„Diese Kombination aus etablierter Analytik und modernen molekularen Verfahren bildet die Grundlage dieses wichtigen Projekts, das als interprofessionelle und interdisziplinäre Kooperation von Wissenschaft und Praxis überzeugt“, sagte Jan Buer, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie. So könne das Forschungsteam präzise bestimmen, welche Krankheitserreger in den Proben seien und in welcher Menge.

Darauf aufbauend erstellten sie Zeitreihen und entwickelten KI-Vorhersagen, um mögliche Infektionsausbrüche frühzeitig zu erkennen und der Krankenhaushygiene im Idealfall rechtzeitig Hinweise zur Verhinderung von Ausbrüchen zu geben.

„Dieses Projekt, in das etablierte mikrobiologische und epidemiologische Methoden sowie molekularbiologische Untersuchungen und moderne KI-Methoden einfließen, stellt eine signifikante Erweiterung des Methodenportfolios für den Schutz der Patientinnen und Patienten vor Infektionen dar“, erläuterte Martin Exner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Krankenhaushygiene (DGKH) und einer der Leiter des Projektes.

hil

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