Verbände drängen auf Veränderungen bei den Hybrid-DRG

Berlin – Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (Spifa), der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und der Bundesverband niedergelassener Kinderchirurgen (BNKD) sehen „dringenden gesetzgeberischen Handlungsbedarf“ bei der Ausgestaltung der Hybrid-Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups, DRG), damit mehr Leistungen ambulant erbracht werden.
„Was mit der Hybrid-DRG als Chance für mehr Ambulantisierung begann, droht durch Fehlanreize, bürokratische Hürden und fragwürdige Ausschlüsse ins Gegenteil verkehrt zu werden“, erklärte der Vorstandsvorsitzender des SpiFa, Dirk Heinrich. Die Verbände fordern den Gesetzgeber daher auf, „Bremsen bei der Ambulantisierung zu lösen“, um unnötige, belastende und teure stationäre Aufenthalte zu vermeiden.
Ein wichtiger Kritikpunkt der Verbände ist eine unzureichende Finanzierung der Sachkosten: Bei Leistungen mit hohem Sachkostenanteil – insbesondere Implantatkosten – lägen die Hybrid-DRG teils unterhalb des Niveaus im Einheitlichen Bewertungsmaßstab, so die Kritik. „Variable Sachkosten müssen separat erstattet werden“, lautet daher ihre Forderung.
Zudem erschwerten neue Regelungen zur Abrechnung digitale Prozesse. Nötig ist laut den Verbänden eine bundeseinheitliche digitale Abrechnungsrichtlinie des GKV-Spitzenverbandes. Die Verbände fordern zudem, auch Kinder- und Jugendliche sowie Menschen mit Behinderungen in die Hybrid-DRGs einzubeziehen.
„Die Entwicklung von Hybrid-DRG bedeutet eine große Chance für schwerpunktpädiatrische Praxen, in Zukunft auch komplexe Leistungen unabhängig von einer Klinik anbieten zu können. Ein Flaschenhals in der Versorgung schwer chronisch kranker und behinderter Kinder und Jugendlicher würde so geweitet und die Ressourcen von Kinderkliniken und Schwerpunktpraxen im Interesse der Familien besser genutzt“, sagte Michael Hubmann, Präsident des BVKJ.
Laut Ralf Lippert, dem ersten Vorsitzender des BNKD, profitieren Kinder enorm von ambulanten Behandlungen und regenerieren in der häuslichen Umgebung nachgewiesenermaßen schneller. „Darüber hinaus sind und waren ambulante Behandlungen stets günstiger und qualitativ mindestens ebenbürtig zu stationären Behandlungen“, so der Experte.
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