Vermischtes

Viele Kinder nutzen Hilfe von Schulkranken­schwestern

  • Freitag, 16. Februar 2018
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Potsdam – An Grundschulen hat jedes zweite Kind die Hilfe von Schulkranken­schwes­tern, extra für diese Aufgabe ausgebildeten früheren Kinderkrankenschwestern, in Anspruch genommen. Darauf hat Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze (Linke) bei einem Fachkongress in Potsdam hingewiesen. Dort zog sie eine Zwischenbilanz des Modellprojekts an 20 Schulen in Brandenburg.

Demnach hat in der Sekundarstufe jedes vierte Kind das Krankenzimmer in der Schule aufgesucht. Bislang müssen dort meist die Sekretärinnen bei gesundheitlichen Problemen der Kinder aktiv werden und zum Beispiel medizinische Hilfe alarmieren und Eltern informieren. Darüber hinaus mussten an Sekundarschulen 33 Prozent der Schüler wegen Erkrankungen und zehn Prozent wegen eines Unfalls von der Schule nach Hause geschickt werden.

„Damit Kinder gut lernen können, müssen sie sich an den Schulen wohlfühlen und auch gesund sein“, betonte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Die Schulkranken­schwester vor Ort helfe mit, dafür zu sorgen, aber auch bei der Bewältigung von Stress. Sie betonte zugleich, es sei unklar, ob und in welcher Form das Projekt weitergehe. Weitere Ergebnisse würden noch benötigt. Es gebe daran bundesweit bereits Interesse, hieß es.

Schulgesundheitsfachkräfte beraten auch in Gesundheitsfragen von richtiger Ernährung bis zu ausreichender Bewegung oder betreuen chronisch kranke Kinder. Auch Kinder, die gemobbt werden, Probleme haben, weil sie in eine neue Klasse kamen oder unter Liebeskummer leiden, finden ein offenes Ohr bei der Schulkranken­schwester.

Das Modellprojekt läuft derzeit auch in Hessen an zehn Schulen im Rhein-Main-Gebiet. Bundesweit sind noch einige weitere dieser Schwestern im Einsatz. International sind sie Alltag in Skandinavien, Polen oder den USA. Das zweijährige Modellprojekt endet im Oktober. Die Kosten belaufen sich für den Zeitraum auf 1,1 Millionen Euro. Projektträger ist die AWO Bezirksverband Potsdam in Zusammenarbeit mit Stellen wie den Ministerien für Soziales und Bildung sowie der AOK Nordost.

dpa

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