Ärzteschaft

Wegen Leistungsgruppe: Schmerztherapeuten wenden sich an Gesundheitsausschuss

  • Donnerstag, 26. Februar 2026
/joyfotoliakid, stock.adobe.com
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Berlin – Die Krankenhausreform sieht eine ganze Reihe von Leistungsgruppen vor. Für die spezialisierte Schmerzmedizin ist keine geplant. Schmerztherapeutische Fachorganisationen haben sich nun mit einem Schreiben an alle Abgeordneten des Gesundheitsausschusses im Bundestag gewendet.

Sie warnen darin vor einer Verschlechterung der Versorgung von Schmerzpatienten im Zuge der Krankenhausreform. Grund sei, dass die spezialisierte Schmerzmedizin bislang nicht als eigenständige Leistungsgruppe bei der Reform vorgesehen ist.

„Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten und belastendsten Erkrankungen und führen oft zu Arbeitsunfähigkeit, Frühberentung, Pflegebedürftigkeit und hohem Versorgungsaufwand in anderen Sektoren“, schreiben die Fachorganisationen.

Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie habe sich in den vergangenen Jahrzehnten als wirksamste Behandlungsform für schwer chronifizierte Schmerzen etabliert, weil sie ärztliche, psychologische, physio- und ergotherapeutische Ansätze strukturiert verbinde.

„Diese komplexe Versorgung lässt sich weder der ‚Allgemeinen Inneren Medizin‘ noch der ‚Allgemeinen Chirurgie‘ sinnvoll zuordnen, ohne Qualität und Zugänglichkeit massiv zu gefährden“, schreiben die Schmerzmediziner in dem Brief.

Ohne eine eigene Leistungsgruppe werden demnach bis zu 40 Prozent der stationären multimodale Schmerztherapieangebote schließen. Das wiederum hätte weitreichende Folgen für 4,8 Millionen Menschen mit schweren chronischen Schmerzen.

An dem Aufruf beteiligen sich die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin, der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland, die Deutsche Schmerzgesellschaft und die Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische/unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie.

hil

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