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Weltweite Gesundheitssysteme unzureichend auf Krisen vorbereitet

  • Montag, 19. Oktober 2026
/tippapatt, stock.adobe.com
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München – Demografischer Wandel, Personalmangel und geopolitische Konflikte zählen aus Sicht internationaler Gesundheitsexperten zu den größten Herausforderungen für die Gesundheitssysteme weltweit. Gerade auf diese Risiken sehen sie ihre Systeme jedoch als schlecht vorbereitet.

Das geht aus der achten Ausgabe der Roland-Berger-Studienreihe „Future of Health“ hervor, für die 486 Personen aus Politik, Gesundheitsversorgung, von Kostenträgern sowie Pharma- und Medizintechnikunternehmen befragt wurden.

81 Prozent der Befragten erwarten demnach, dass die Widerstandsfähigkeit von Gesundheitssystemen künftig an Bedeutung gewinnt. In Deutschland liegt dieser Anteil bei 86 Prozent, verglichen mit 79 Prozent in der Schweiz und 60 Prozent in Japan.

Als größte Herausforderungen werden der demografische Wandel, der Fachkräftemangel und geopolitische Konflikte eingeschätzt. Gleichzeitig fällt die Bewertung der Vorbereitung auf diese Belastungen besonders kritisch aus.

Kein Befragter hält sein Gesundheitssystem für vollständig auf geopolitisch bedingte Störungen vorbereitet. In Deutschland und Japan wird insbesondere die Vorbereitung auf den Fachkräftemangel vergleichsweise skeptisch beurteilt.

Bei der Verantwortung für die Krisenvorsorge sprechen sich 60 Prozent der Befragten überwiegend für öffentliche Institutionen aus. Als wichtigste Akteure bei der Verbesserung der Resilienz werden allerdings Krankenhäuser und andere Leistungserbringer mit 62 Prozent am häufigsten genannt, gefolgt von nationalen Regierungen mit 59 Prozent.

„Widerstandsfähigkeit darf kein Schalter sein, den Gesundheitssysteme erst in der Krise umlegen. Sie muss im Alltag fest verankert, klar finanziert und eindeutig verantwortet werden. Wer Reservekapazitäten, sichere Lieferketten und digitale Frühwarnsysteme erst aufbaut, wenn die Versorgung bereits unter Druck steht, handelt zu spät“, sagte Thilo Kaltenbach, Senior Partner bei Roland Berger.

Als größte Hindernisse beim Aufbau resilienter Strukturen nennen 54 Prozent der Befragten Budgetbeschränkungen. Es folgen regulatorische oder politische Hindernisse mit 47 Prozent, fehlende Anreize für Resilienzinvestitionen mit 41 Prozent sowie mangelnde Ressourcen mit 37 Prozent.

Nach Einschätzung der Arbeitsgruppe liegt ein grundlegendes Problem in den bestehenden Vergütungssystemen. Diese honorierten vor allem erbrachte Leistungen und Auslastung, während die Vorhaltung von Reservekapazitäten wirtschaftlich kaum berücksichtigt werde.

Für Deutschland hebt die Umfrage insbesondere die Auswirkungen des demografischen Wandels hervor. Rund 23 Prozent der Bevölkerung sind nach den im Report angeführten Daten mindestens 65 Jahre alt.

Als notwendige Reaktionen auf diese Entwicklung nennt die Untersuchung unter anderem gesetzliche Maßnahmen zur Stärkung der Pflege und zur Fachkräfteeinwanderung sowie Investitionen in die Krankenhausdigitalisierung.  

hil

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