Politik

Weniger Pflegeplätze in Schleswig-Holstein: SPD kritisiert Landesregierung

  • Donnerstag, 16. April 2026
/Peter Atkins, stock.adobe.com
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Kiel – Die SPD-Landtagsfraktion kritisiert die schleswig-holsteinische Landesregierung wegen der Entwicklung bei stationären Pflegeeinrichtungen. „Die Ergebnisse unserer Kleinen Anfragen zeigen eindeutig: Während immer mehr Menschen pflegebedürftig werden, verschwinden Pflegeplätze im ganzen Land“, teilte die Abgeordnete Birte Pauls mit. 

Aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion geht hervor, dass die Zahl der Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen seit 2023 um rund 300 auf knapp 38.500 zurückgegangen ist. Dabei war die Entwicklung in den Kreisen und kreisfreien Städten unterschiedlich. Rückgänge gab es zum Beispiel in Steinburg, Segeberg und Rendsburg-Eckernförde, Zuwächse in Schleswig-Flensburg und Lübeck. 

Diese Entwicklung widerspreche allem, was wir über den demografischen Wandel wissen, so Pauls. „Weniger Plätze bei wachsendem Bedarf ist nicht nur eine Fehlentwicklung, es ist eine Katastrophe mit Ansage.“ Sie werde von der Landesregierung sehenden Auges in Kauf genommen.

„Angehörige telefonieren verzweifelt von Einrichtung zu Einrichtung und finden trotzdem keinen Platz“, so die Abgeordnete. 

Pflege sei eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft, aber in der schwarz-grünen Regierung von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) habe sie nicht einmal den Stellenwert einer Randnotiz, so Pauls. Das Sozialministerium wirke wie ein Zuschauer in einer Krise, die längst außer Kontrolle geraten sei. 

Pauls forderte von der Landesregierung, eine verbindliche Pflegebedarfsplanung durchzusetzen und gemeinsam mit den Trägern zu klären, wie viele Plätze tatsächlich gebraucht werden. Sie müsse einen Plan vorlegen, wie Menschen im Alter in Schleswig-Holstein würdevoll leben können.

dpa

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