Politik

Werner gegen neue Landesbehörde für Gesundheit in Thüringen

  • Freitag, 3. November 2023
/picture alliance, Martin Schutt
/picture alliance, Martin Schutt

Erfurt – Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner lehnt eine komplett neue Landesbehörde für den öffentlichen Gesundheitsdienst ab. Man sei sich einig, dass es eine koordinierende obere Gesundheitsbehörde brauche, sagte die Linke-Politikerin heute in einer Debatte im Thüringer Landtag.

Sie plädiere aber dafür, das bereits vorhandene Landesamt für Verbraucherschutz als Basis dafür zu nutzen. Werner reagierte damit auf einen Gesetzentwurf der parlamentarischen Gruppe der FDP zur Neustrukturie­rung des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Auch Rot-Rot-Grün legte später einen Gesetzentwurf dazu vor.

„Den Vorschlag der FDP, einfach ein zusätzliches Landesamt aufzubauen, das nur den Themenbereich Gesund­heit abdeckt, kann ich in diesem Zusammenhang und eben aus den Erfahrungen aus der Pandemie nur ableh­nen“, sagte Werner. Sie warnte vor Doppelstrukturen.

Der Gesundheitspolitiker Robert-Martin Montag kritisierte, Thüringen sei das letzte Bundesland, das keinen gesetzlichen Rahmen für den öffentlichen Gesundheitsdienst habe. Es sei ein Armutszeugnis von Rot-Rot-Grün, trotz eines Landtagsbeschlusses aus dem Jahr 2016 bisher nichts vorgelegt zu haben.

Der nun von den Koalitionsfraktionen vorgelegte Entwurf sei aus FDP-Sicht untauglich, die Strukturen des öffentlichen Gesundheitsdienstes aus dem 20. Jahrhundert ins 21. Jahrhundert zu holen.

Der CDU-Abgeordnete Christoph Zippel monierte, dass die Landesregierung keinen eigenen Entwurf vorge­legt habe. Es sei kein Einzelfall mehr, dass die Fraktionen die Arbeit der Regierung übernähmen. Die Gesetz­entwürfe von Rot-Rot-Grün und der FDP wurden in den Gesundheitsausschuss überwiesen.

dpa

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung