WHO bestätigt Eliminierung des Trachoms in Tunesien

Tunis/Kairo/Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bestätigt, dass Tunesien das Trachom als Problem der öffentlichen Gesundheit beseitigt hat. „Ich gratuliere Tunesien zu dieser historischen Errungenschaft im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Tunesien hat bewiesen, dass selbst die weltweit häufigste infektiöse Ursache für Erblindung überwunden werden kann“, sagte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Trachom wird durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht und verbreitet sich durch engen Kontakt mit infizierten Personen, kontaminierten Oberflächen und Fliegen, die Augen- und Nasenausfluss übertragen. Wiederholte Infektionen können zu Vernarbungen der Augenlider führen, wodurch sich die Wimpern nach innen drehen und zur Erblindung führen können, wenn sie unbehandelt bleiben.
Trachom steht in engem Zusammenhang mit eingeschränktem Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene und trifft benachteiligte Bevölkerungsgruppen am härtesten. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Trachom in Tunesien endemisch und betraf mindestens die Hälfte der Bevölkerung, insbesondere in den südlichen Regionen.
Das Land hat über Jahre die SAFE-Strategie der WHO gegen die Infektionskrankheit verfolgt: Chirurgie bei fortgeschrittenen Fällen, Antibiotika zur Bekämpfung der Infektion, Gesichtshygiene zur Verringerung der Ausbreitung und Verbesserung der Umweltbedingungen, insbesondere besserer Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen.
„Dieser Meilenstein ist das Ergebnis jahrzehntelanger koordinierter nationaler Anstrengungen, geprägt vom Engagement von Generationen von Fachkräften im Gesundheitswesen und lokalen Gemeinschaften, die unermüdlich daran gearbeitet haben, den Zugang zur Versorgung zu erweitern, die Prävention zu stärken und die Augengesundheit im ganzen Land zu verbessern“, sagte Mustapha Ferjani, Gesundheitsminister von Tunesien.
Das Land hat nach Angaben der WHO nun ein „robustes Überwachungssystem“ eingerichtet, um ein mögliches Wiederauftreten der Krankheit frühzeitig zu erkennen. Dieses System umfasst Vorkehrungen für ein kontinuierliches Fallmanagement und die Schulung von Gesundheitsfachkräften. Tunesien ist das 31. Land weltweit, das laut der WHO das Trachom als Problem der öffentlichen Gesundheit eliminiert hat.
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