Wie die telemedizinische Versorgung von onkologischen Patienten gelingen kann

Freiburg – Empfehlungen dazu, wie Ärzte und Therapeuten die telemedizinsche Versorgung von onkologischen Patienten sinnvoll gestalten können, hat eine Arbeitsgruppe (AG) der Society for Integrative Oncology (SIO) herausgegeben.
Die Mitglieder der AG haben dazu Literatur zum Thema ausgewertet sowie 54 integrativmedizinisch onkologisch tätige Experten aus 19 Ländern befragt. Ihr Empfehlungskatalog ist in der Fachzeitschrift Supportive Care in Cancer erschienen (DOI: 10.1007/s00520-021-06205-w).
„Wichtig ist, die Skepsis und Sorge von Patienten, Angehörigen und Kollegen anzusprechen“, erläutert Gunver Sophia Kienle aus der Arbeitsgruppe dem Deutschen Ärzteblatt. Im Vorfeld sollte der Arzt oder Therapeut die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen klären – dazu gehörten unter anderem Anleitungen zur Handhabung der Technik und gegebenenfalls die Bereitstellung von Tablets.
Zu Beginn einer telemedizinischen Konsultation sollte der Arzt oder Therapeut die Ziele Agenda und Ziele der Sitzung ansprechen und gegebenenfalls auch das häusliche und soziales Umfeld der Patienten thematisieren. Für ein ruhiges, therapeutisches und patientenzentriertes Umfeld könne es sinnvoll sein, mit einer Achtsamkeitsübung zu beginnen, so die Expertin.
In der Sitzung sei es wichtig, die Kommunikation anzupassen – dazu gehören unter anderem ein langsames Sprechen und verständliche Angaben. Es sollte mit den Patienten abgesprochen werden, ob diese die Sitzung filmen wollen und können. Seien die Patienten einverstanden, könne es auch sinnvoll sein,
die den Patienten betreuenden Personen einzubeziehen, so Kienle.
Arzt oder Therapeut sollten zudem das Ende der Sitzung sorgfältig planen und dazu Pufferzeiten vorsehen, zum Beispiel um Verständnisfragen zu klären und Feedback für künftige Treffen einzuholen. Die Patienten sollten zudem einen ständig erreichbaren Ansprechpartner haben.
„Die Empfehlungen bieten Perspektiven für künftige Versorgung von Patienten, für die der direkte Besuch von Ärzten, Therapeuten oder Krankenpflege erschwert ist“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.
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