Zahl ambulanter Notfälle insgesamt gesunken aber Krankenhausnotaufnahmen stärker gefragt

Berlin – Die Zahl der ambulant versorgten Fälle außerhalb der Sprechstundenzeiten ist in Deutschland zwischen 2015 und 2024 um knapp vier Prozent zurückgegangen – von rund 13,5 auf 13 Millionen. Das geht aus einer neuen Auswertung hervor, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) im Rahmen des Versorgungsatlas vorgestellt hat.
Die Zi-Arbeitsgruppe hat die Inanspruchnahme ambulanter Notfallversorgung außerhalb der Sprechstundenzeiten auf Basis von bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten analysiert. Dabei haben die Forschenden nach den Versorgungsebenen „Notaufnahme“ und „Ärztlicher Bereitschaftsdienst“ (ÄBD) differenziert.
Es zeigte sich: Die Fallzahl im ÄBD sank von 2015 bis 2024 um 0,7 Millionen von 7,2 auf 6,5 Millionen (-9,2 Prozent). In den Notaufnahmen der Kliniken stieg sie dagegen um 0,3 Millionen von 6,2 auf 6,5 Millionen an (+2,6 Prozent).
Nach einem stabilen Niveau bis 2019 waren die Fallzahlen in der ambulanten Notfallversorgung in den Jahren 2020 und 2021 infolge der COVID-19-Pandemie eingebrochen. In den Folgejahren stieg die Inanspruchnahme wieder und näherte sich dem Vorkrisenniveau an.
„Der ÄBD bleibt außerhalb der regulären Praxiszeiten weiterhin eine tragende Säule bei der Notfallversorgung. Nach unserer Auswertung wurde auch im Jahr 2024 mehr als die Hälfte der ambulanten Notfälle über den Ärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.
Die Entwicklungen sind laut der Zi-Analyse regional sehr unterschiedlich: Zwischen 2016 und 2024 verzeichneten insgesamt 145 Kreise einen Rückgang in beiden Versorgungsebenen. In sieben Kreisen stieg die Inanspruchnahme beider Ebenen. Steigende Notaufnahmeinanspruchnahme bei sinkenden ÄBD-Zahlen trat in 57 Kreisen auf, wohingegen 31 Kreise steigende ÄBD-Fallzahlen bei sinkender Notaufnahmeinanspruchnahme aufwiesen.
„Unsere Analyse unterstreicht die Notwendigkeit, die Notfallversorgung in Deutschland regional zu betrachten und regional differenziert weiterzuentwickeln“, betonte der Zi-Vorstandsvorsitzende.
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