Vermischtes

Zahleiche Beschwerden in Bayern über Pflegemissstände registriert

  • Dienstag, 4. August 2026
/picture alliance, Oliver Berg
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München – Beim Medizinischen Dienst (MD) Bayern sind im vergangenen Jahr 455 Beschwerden zu 343 Pflegeeinrichtungen eingegangen. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des Jahresberichts Beschwerdemanagement des MD Bayern.

Von den 455 Beschwerden entfielen 234 auf die stationäre Pflege, davon 222 auf Pflegeheime und zwölf Beschwerden auf Tagespflegeeinrichtungen.

Zu ambulanten Versorgungsformen gingen 221 Beschwerden ein. Davon bezogen sich 196 auf die Versorgung eines Pflegedienstes im häuslichen Umfeld, 18 auf ambulant betreute Wohngemeinschaften und sieben auf Versorgungsangebote im betreuten Wohnen.

Aufgrund der eingegangenen Beschwerden hat der MD Bayern 149 unangekündigte Anlassprüfungen vorgenommen. Dabei haben sich 55 Prozent der Fälle überwiegend oder teilweise bestätigt. Missstände haben sich dabei etwa in der Pflege (62), der Gabe von Medikamenten und Betäubungsmitteln (29) sowie dem Feld „Personal/Qualifikation“ (24) gezeigt.

Weitere Auffälligkeiten gab es beim Mitarbeiterverhalten/Führungsverhalten (20), Ernährung/Flüssigkeitsversorgung (20), Dokumentation (19), Abrechnung (17), Hygiene (15), Freiheitsentziehende Maßnahmen/Gewalt (drei), Sonstiges (drei), Betreuungsleistungen (eine), Einschränkungen der Grundrechte (eine).

„Bei den Beschwerden zu möglichen Missständen stellen wir im Verlauf der letzten Jahre eine stetige Zunahme fest“, sagte Claudia Wöhler, Vorstandsvorsitzende des MD Bayern. Am häufigsten bezögen sich die Beschwerden auf Mitarbeiter- und Führungsverhalten, Pflege sowie das eingesetzte Personal und dessen Qualifikation. Bei den Anlassprüfungen hat sich in 55 Prozent der Fälle der Verdacht bestätigt.

Wöhler betonte aber zugleich, dass die große Mehrheit der Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste in Bayern täglich mit viel Herzblut, Engagement und großer Fachlichkeit eine wertvolle Arbeit leisteten. Die Rückmeldungen würden aber helfen, Sachverhalte frühzeitig zu klären, Risiken zu erkennen und – wenn erforderlich – konsequent zu handeln.

EB

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