Zehn Mythen zur sexuellen Gesundheit

Köln – Nur sechs von zehn Deutschen wissen, was „Chlamydien“ sind, 83 Prozent kennen die Begriffe „Gonorrhö“ und 82 Prozent „Syphilis“. 73 Prozent der Menschen in festen Beziehungen haben vor dem ersten gemeinsamen Sex nicht über sexuell übertragbare Infektionen (STI) gesprochen.
Darauf weist das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) anlässlich des Welttages der sexuellen Gesundheit. Das Institut greift anlässlich des Tages zehn Mythen zur sexuellen Gesundheit auf und klärt die Evidenz dazu.
„Man sieht oder merkt, ob jemand eine STI hat“, ist einer dieser Glaubenssätze. „Aber weder das Aussehen noch der allgemeine Gesundheitszustand lassen erkennen, ob eine STI vorliegt. Denn viele Infektionen verursachen zumindest zeitweise keine auffälligen Beschwerden und können deshalb unbemerkt weitergegeben werden“, klärt das BIÖG. Ebenso falsch sei, dass Syphilis heutzutage keine Rolle mehr spiele und Menschen sich nur einmal mit einer STI infizieren könnten.
„Auch in festen Beziehungen ist es sinnvoll, über sexuelle Gesundheit und Schutzmöglichkeiten zu sprechen. Vertrauen ist wichtig, ersetzt aber keine gemeinsame, informierte Entscheidung“, betont das BIÖG. Zu Safer Sex gehörten je nach Situation verschiedene Möglichkeiten wie Kondome, Impfungen oder die HIV-Präexpositionsprophylaxe. Außerdem seien offene Gespräche über Schutz und sexuelle Gesundheit wichtig.
Wichtig zu wissen ist dem BIÖG zufolge aber auch, dass Menschen mit HIV, die eine wirksame Therapie erhielten und deren Viruslast dauerhaft unter der Nachweisgrenze liege, HIV beim Sex nicht übertragen. „Dafür steht die Formel ‚nicht nachweisbar = nicht übertragbar‘, international auch 'U = U’ genannt“, informiert das Institut.
Das BIÖG informiert mit seiner Initiative „Liebesleben“ regelmäßig zu Safer Sex, HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen, sexueller und geschlechtlicher Vielfalt sowie zum Schutz vor Konversionsbehandlungen.
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