Ärzteschaft

Zi-Trendreport: Videosprechstunden legen deutlich zu

  • Montag, 16. Februar 2026
/picture alliance, Monika Skolimowska
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Berlin – Die Anzahl der telefonischen Beratungen ist im 1. Halbjahr 2025 um 5,6 Prozent – plus 232.000 auf 4,4 Millionen – deutlich angestiegen. Noch stärker war die Zunahme bei den Videosprechstunden. Insgesamt gab es 1,5 Millionen Videosprechstunden und damit 14,2 Prozent (plus 187.000) mehr als im Vorjahreszeitraum.

Das geht aus dem heute vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) vorgelegten Trendreport zur Entwicklung der vertragsärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen hervor.

Demnach wurden im 1. Halbjahr des vergangenen Jahres 292,3 Millionen Behandlungsfälle in der ambulanten Versorgung dokumentiert. Damit sind die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozent (1,1 Millionen) geringfügig gesunken.

Der Vergleich der Behandlungsfallzahlen der ersten Halbjahre 2025 und 2024 zeigt vor allem in der Psychotherapie und Psychiatrie Zuwächse von 3,4 Prozent (plus 238.000).

In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres erhöhte sich die Fallzahl bei den Einzeltherapien gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 22.000 (plus ein Prozent) auf 2,2 Millionen und bei den Gruppentherapien deutlich um 45.000 (plus 25,1 Prozent) auf insgesamt 223.000.

Ein Blick auf die übrigen Versorgungsbereiche zeigt im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleichbleibende oder leicht rückläufige Zahlen: Im hausärztlichen Bereich mit einem leichten Minus von 263.000 Fällen (minus 0,3 Prozent), bei den Fachärztinnen und Fachärzten mit einem marginalen Rückgang von 174.000 Fällen (minus 0,1 Prozent) und in der Kinder- und Jugendmedizin mit 435.000 Behandlungsfällen weniger (minus drei Prozent).

Laut den Daten sind, bezogen auf die einzelnen Fachgruppen, die größten relativen Fallzahlzuwächse für das 1. Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum in der Strahlentherapie (plus 5,9 Prozent), der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (plus 5,7 Prozent), der Neurologie (plus 4,9 Prozent), der Endokrinologie (plus 4,1 Prozent) und in der nicht ärztlichen Psychotherapie (plus 3,9 Prozent) zu verzeichnen.

Die deutlichsten relativen Rückgänge gab es bei den sonstigen Ärzten (minus 12,9 Prozent), den Nervenärzten (minus sieben Prozent), den Internisten ohne Schwerpunkt (minus 4,6 Prozent), den schwerpunktübergreifend tätigen Internisten (minus 3,9 Prozent) und den Anästhesisten (minus 3,6 Prozent).

Ein uneinheitliches Bild zeigt sich bei den Früherkennungsuntersuchungen – während die Anzahl der Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern im 1. Halbjahr 2025 um 3,7 Prozent (minus 90.000) auf 2,3 Millionen abgesunken ist, stiegen die Fallzahlen beim Mammografiescreening weiter an. Hier sind 1,6 Millionen Untersuchungen (plus 79.000 beziehungsweise 5,1 Prozent) vertragsärztlich abgerechnet worden.

Einen Anstieg gab es auch bei den Früherkennungskoloskopie, und zwar um 3,6 Prozent. Insgesamt sind somit im 1. Halbjahr 2025 mehr als 339.000 Früherkennungskoloskopien (plus 12.000) vorgenommen worden.

Die konstant hohe Zahl an Behandlungsfällen sei vor allem ein Zeichen für die außerordentliche Leistungsbereitschaft der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und der engagierten Praxisteams, betonte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.

„Sie packen tagtäglich an, fangen auf und kompensieren strukturelle Defizite, die etwa durch fehlendes Personal, fehlende Digitalisierung und fehlende Patientenlenkung entstanden sind. Viele Praxen arbeiten bereits am Rand ihrer Kapazität.“

Die Versorgung funktioniere nicht, weil die Lage entspannt wäre, sondern weil sie mit enormem Einsatz aufrechterhalten wird, so von Stillfried. Praxen bräuchten die erforderlichen Mittel, ihr Personal zu halten und zusätzlich auszubilden, um mehr Zeit für spezifisch ärztliche Aufgaben zu haben.

aha

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