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Zi-Zwischenbericht: Physician Assistants können Praxen entlasten

  • Montag, 26. Oktober 2026
/sarayutsridee, stock.adobe.com
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Düsseldorf – Physician Assistants können in hohem Maße zur Entlastung der Praxen und Verbesserung der Patientenversorgung beitragen. Dies betonte heute die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) mit Verweis auf eine Zwischenevaluation eines Modellprojekts durch das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

„Der Zwischenbericht liefert uns belastbare Aussagen aus der täglichen Praxis: Der PA-Einsatz in der ambulanten Versorgung funktioniert – für Patientinnen und Patienten ebenso wie für die Praxen. Diese Grundlage brauchen wir, um die politische Debatte über Delegationsmodelle substanziell voranzubringen“, kommentierte Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, die Ergebnisse.

Die KVNO erprobt seit 2025 in einem Modellprojekt die Integration von Physician Assistants in die ambulante Vertragsarztversorgung – 16 Praxen mit 32 Ärztinnen und Ärzten aus sechs Fachgebieten nehmen teil.

Die Praxen mit etablierten PAs berichten von einer spürbaren ärztlichen Entlastung und würden die PA-Anstellung uneingeschränkt weiterempfehlen. Im Vergleich mit medizinischen Fachangestellten (MFA) wurde beim Zusatznutzen auf höhere klinische Qualifikation, sicherere Triage und breiteres Delegationsspektrum verwiesen.

Auch die Befragten äußerten sich positiv: Bei 98 Prozent wurden die Erwartungen vollständig erfüllt – obwohl die PA-Behandlung für 76 Prozent erstmalig war. Als zentraler Mehrwert kristallisierte sich der Zeitfaktor heraus: 68 Prozent der Patienten nahmen eine intensivere Zeitgestaltung wahr, 64 Prozent berichteten über schnellere Terminvergabe und 53 Prozent über verringerte Wartezeiten in den Praxisräumen.

In 45,3 Prozent der Termine agierte die PA vollständig eigenständig, in 28,5 Prozent war die Ärztin oder der Arzt kurz eingebunden – überwiegend zur Rezeptausstellung oder Therapieentscheid. Die ärztliche Fallverantwortung blieb in allen Fällen ohne Ausnahme bestehen, so die KVNO.

Die KV verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass derzeit vor allem in der hausärztlichen Versorgung der Handlungsdruck wächst. Bereits heute seien allein in Nordrhein mehr als 400 hausärztliche Zulassungen unbesetzt und bis 2034 scheide zudem mehr als ein Drittel der heute noch tätigen Hausärztinnen und Hausärzte aus dem Berufsleben aus.

„Teambasierte, arzt-entlastende Versorgungsmodelle mit klar geregeltem Delegationsrahmen sind daher kein Experiment, sondern ein systemisches Erfordernis für die Zukunft“, betonte Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. Das Modellprojekt der KV Nordrhein solle vor diesem Hintergrund belastbare Grundlagen für eine rechtlich gesicherte, vergütungsseitig geregelte Ausweitung des PA-Einsatzes auch in der ambulanten Versorgung schaffen.

Denn hier zeige der Zi-Zwischenbericht: Die wirtschaftliche Tragfähigkeit des PA-Einsatzes bleibe unter den bestehenden Bedingungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) ungeklärt, da eigenständige EBM-Ziffern für PA-Leistungen fehlten. Man brauche deshalb einen rechtssicheren Vergütungsrahmen, so KV-Chef Bergmann.

aha

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