Vermischtes

Zuckersteuer und Co.: Verbände drängen auf mehr Verhältnisprävention

  • Freitag, 16. Januar 2026
/Sebastian, stock.adobe.com
/Sebastian, stock.adobe.com

Berlin – Mehr politisches Engagement gegen nicht übertragbare Erkrankungen wie Diabetes fordert die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK).

„2026 muss das Jahr der Prävention werden. Abwarten und untätig bleiben, kostet Lebensjahre und Wirtschaftskraft“, sagte Sprecherin der Allianz Barbara Bitzer zum Start der Grünen Woche in Berlin. Bitzer ist auch Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

„Die Diskussion um gesundheitsorientierte Steuerinstrumente ist nicht neu, aber dringlicher denn je“, hieß es von DANK. Eine gesundheitsorientierte Mehrwertsteuer, höhere Besteuerung von Tabak und Alkohol, Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung, eine Stunde Bewegung in Kita und Schule sowie Standards für die Kita- und Schulernährung müssten verbindlich werden, damit sie alle Menschen erreichten.

„Deutschland kann es sich nicht weiter leisten, Milliardenbeträge für vermeidbare Krankheiten auszugeben, während gleichzeitig Kinderzimmer mit Werbung für Zucker- und Fettbomben geflutet werden und Herstellerabgaben auf gesundheitsschädliche Produkte weiterhin als ‚ideologisch’ abgetan werden“, hieß es von DANK.

Die in der Allianz zusammengeschlossenen 24 wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften und Verbände betonen, dass Deutschland in Europa bei der Prävention zu den Schlusslichtern zählt: Im kürzlich veröffentlichten Public-Health-Index des AOK-Bundesverbands und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) belegte es den vorletzten Platz aller Länder.

DANK und die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) begrüßen in diesem Zusammenhang die Ankündigung einer neuen Gesetzesinitiative aus Schleswig-Holstein zur Einführung einer bundesweiten Steuer für besonders zuckerhaltige Lebensmittel. Dies hatte der Ministerpräsident des Landes, Daniel Günther (CDU), angekündigt.

„Es ist höchste Zeit, dass Deutschland in der Verhältnisprävention endlich aufholt. Dass es mehr bringt, langfristig auf Änderungen der Verhältnisse zu setzen, als individuelle Verhaltensänderungen zu fördern, ist international längst anerkannt. Eine Zuckersteuer wäre für Deutschland ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Eva Hummers, Präsidentin der DEGAM.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung