Politik

Zuzahlungen von Kassenpatienten deutlich gestiegen

  • Mittwoch, 6. März 2019
/Dasha Petrenko, stockadobecom
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Berlin – Die Zuzahlungen der gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland sind von 2016 bis 2018 um 8,8 Prozent gestiegen. Sie betrugen im vergangenen Jahr 4,21 Milliarden Euro, wie nach einem Bericht des Berliner Tagesspiegels aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. Dies waren demnach 108 Millionen Euro mehr als 2017 und 342 Millionen Euro mehr als zwei Jahre zuvor.

Am stärksten erhöhte sich dem Bericht zufolge die Belastung bei Heil- und Hilfsmitteln, wo die Zuzahlungen demnach binnen zwei Jahren um 18,4 Prozent anstiegen, im Jahresvergleich um 5,3 Prozent.

Größter Einzelposten blieben Medikamente und Verbandsmaterial. Hier stiegen die Zuzahlungen im Vergleich zu 2017 um 2,5 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro. Zu Behandlungen im Krankenhaus steuerten Kassenpatienten 694 Millionen Euro bei, 0,6 Prozent mehr als 2017.

Der Linke Gesundheitspolitiker Achim Kessler forderte eine Abschaffung der Zuzahlungen. Sie bestraften diejenigen, die krank seien und einer ärztlichen Verordnung Folge leisteten. Auch die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, kritisierte: „Es darf nicht sein, dass Versicherte durch immer mehr Zuzahlungen an die Grenze der Belastungsfähigkeit gebracht werden.“ Ausgaben für ein neues Hörgerät oder für Zahnersatz sprengten bei vielen älteren Menschen das Budget.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erläuterte, ein kompletter Wegfall der Zuzahlungen hätte Mehrausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung zur Folge – dies entspräche einer Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von rund 0,3 Prozentpunkten. Im vergangenen Jahr hätten 5,4 Millionen Versicherte von Entlastungsregelungen beim Zusatzbeitrag profitiert.

afp/dpa

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