Politik

Zwei Krankenkassen im IKK-System fusionieren

  • Donnerstag, 2. Juli 2026
/picture alliance, CHROMORANGE, Gerd Harder
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Berlin – Eine große Fusion von zwei Krankenkassen steht im Oktober dieses Jahres an. Sofern das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) zustimmt, werden die IKK Berlin Brandenburg sowie die IKK gesund plus mit Sitz in Magdeburg zum vierten Quartal 2026 fusionieren.

Dafür votierten die Verwaltungsräte beider Krankenkassen gestern einstimmig, wie die Vertreter des Gremiums heute in Berlin vor Journalisten betonten. Der Name „IKK gesund plus“ soll erhalten bleiben und sie soll künftig zu den 25 größten Krankenkassen in Deutschland gehören. Die IKK Berlin Brandenburg (IKK BB) hat derzeit rund 211.000 Versicherte, die IKK gesund plus nach eigenen Angaben 425.000.

„Mit der Fusion entsteht eine bundesunmittelbare Krankenkassen mit rund 600.000 Versicherten und ihren zehntausenden Arbeitgebern“, hieß es in einer Mitteilung. Man fusioniere „aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke, um als strategischer Schutzschild für die Beitragszahler zu agieren“.

Beide Kassenverantwortliche im Hauptamt sowie im ehrenamtlichen Verwaltungsrat betonten, dass man „frühzeitig auf den massiven Investitionsbedarf in Digitalisierung, Versorgung und Fachkräftesicherung“ reagiere.

Den Beschäftigten sei eine Job-Garantie gegeben worden, es solle keine betriebsbedingten Kündigungen geben, hieß es weiter. Auch die regionalen Geschäftsstellen blieben erhalten.

Die Fusion solle insgesamt auf „Augenhöhe“ stattfinden, betonte Hans-Jürgen Müller, Vorstandsvorsitzender des Verwaltungsrates der IKK gesund plus. Er hat auch mehrere Funktionen beim Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes. Es sei auch nicht „die letzte Fusion im IKK-System", kündigte er an.

Krankenkassen mit hohen Zusatzbeiträgen in 2026

Beide IKKen gehören zu den Krankenkassen, die einen relativ hohen kassenindividuellen Zusatzbeitrag 2026 erheben: So zahlen Versicherte der IKK Berlin Brandenburg 4,35 Prozent zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, bei der IKK gesund plus sind es 3,39 Prozent.

Auch andere IKKen liegen etwa in dem Bereich: So gibt es bei der IKK – Die Innovationskrankenkasse einen Zusatzbeitrag von 4,3 Prozent, bei der IKK Südwest einen von 3,87 Prozent und bei der IKK classic von 3,4 Prozent. Die BIG Direkt gesund, die Anfang Mai eine Fusion mit der Salus BKK abgesagt hatte, liegt der Zusatzbeitrag bei 3,69 Prozent.

Zum Vergleich: Die bundesweit günstigste Krankenkasse, die BKK firmus, erhebt einen Zusatzbeitrag von 2,18 Prozent. Die größte Deutsche Krankenkasse, die Techniker Krankenkasse, einen zusätzlichen Beitrag von 2,69 Prozent. Für 2026 war der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 2,9 Prozent festgelegt worden, er liegt aber nach Berechnungen der Krankenkassen bei 3,1 Prozent.

Ziel sei, durch die Fusion von IKK BB und IKK gesund plus einen Zusatzbeitrag von 3,39 Prozent hinzubekommen. „Das bedeutet für die Versicherten und Arbeitgeber bei der IKK gesund puls Planungssicherheit. Für die Region Berlin Brandenburg heißt das die größte Beitragssenkung, die es so noch nie gegeben hat“, betonte Uwe Deh, derzeit Vorstandsvorsitzender der IKK gesund plus.

Auch künftig wird Deh der fusionierten Krankenkasse vorsitzen – zusätzlich sollen bei der ersten Sitzung des neuen Verwaltungsrates am 2. Oktober Ann Hillig (IKK gesund plus) sowie Kathrin Brockmann, bisher Vertreterin des Vorstandes der IKK BB, als weitere Vorständinnen gewählt werden.

Der bisherige Alleinvorstand der IKK BB, Frank Meier, muss dagegen gehen, wie es heute hieß. Der Zeitplan der zügigen Fusion hängt aber von der zügigen Zustimmung des BAS ab, betonten die Mitglieder der Selbstverwaltung heute.

Im Hauptverbreitungsgebiet der neuen Kasse, in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie in Bremen, haben die jeweiligen AOKen vor Ort unterschiedliche, teilweise aber günstigere Beiträge: Die in den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern tätige AOK Nordost liegt bei 3,5 Prozent. In Sachsen-Anhalt ist die AOK bei 2,89 Prozent und damit günstiger. Die AOK Bremen und Bremerhaven liegt bei 3,29 Prozent und auch etwas günstiger für Versicherte und Arbeitgeber.

bee

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