Ärzteschaft

Ärzte an Unikliniken: Tarifrunde ohne Ergebnis, neue Warnstreiks geplant

  • Freitag, 23. Februar 2024
/picture alliance, Jens Büttner
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Berlin – Im Streit um eine Tariferhöhung für die Ärzte an Unikliniken ist auch die vierte Verhandlungsrunde ergebnislos geblieben. Der Marburger Bund (MB) will nun den Druck auf die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) erhöhen und kündigte neue Warnstreiks an.

Dies sei angesichts der Haltung der Arbeitgeber „unvermeidlich“, erklärte Andreas Botzlar, zweiter Vorsitzen­der der Ärztegewerkschaft. MB-Sprecher Hans-Jörg Freese sagte dem Deutschen Ärzteblatt, man bereite erneut Warnstreiks vor. Wann und wo genau werde man im Laufe der nächsten Woche bekanntgeben.

Die Länderarbeitgeber seien „weiterhin nicht zu einer Verständigung bereit, die substanzielle Verbesserungen für die Ärztinnen und Ärzte in den Unikliniken ermöglicht“, erklärte Botzlar. „Wir können nicht akzeptieren, dass die Universitätsmedizin im Hinblick auf Ärztegehälter das letzte Rad am Wagen bleibt.“ Die TdL brauche offensichtlich ein weiteres Signal, um auf den Pfad zu einer Einigung zu gelangen.

„Die jüngste Verhandlungsrunde hat auf uns den Eindruck gemacht, dass die Länder immer noch nicht ver­standen haben, worum es hier geht: Wir fordern faire Bedingungen für Spitzenmedizin. Nicht mehr – aber auch nicht weniger. Solange uns das nicht zugestanden wird, sind weitere Warnstreiks unvermeidlich“, erklärte Botzlar.

Zuletzt hatten sich am 30. Januar mehrere tausend Menschen an einem Warnstreik der Universitätskliniken beteiligt. Der Marburger Bund fordert 12,5 Prozent mehr Gehalt und höhere Zuschläge für Regelarbeit in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen. Ein weiteres Ziel ist die Neugestaltung der Regelungen zur Schicht- und Wechselschichtarbeit.

Die Tarifverhandlungen betreffen mehr als 20.000 Ärztinnen und Ärzte in bundesweit 23 Universitätskliniken. Für eine Reihe von Universitätskliniken gelten andere Tarifverträge, weshalb sie nicht von den Verhandlungen betroffen sind.

Dazu gehören Berlin, Hamburg und Hessen. Haustarifverträge gelten zudem für die Universitätskliniken in Dresden und Mainz – sie werden von den Landesverbänden des Marburger Bunds verhandelt.

afp/may

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