Ärzteschaft

Ärztemangel: Stadt und KV Sachsen-Anhalt legen Stipendien auf

  • Montag, 24. April 2017

Osterburg – Dass Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) Medizinstudierende mit Stipen­dien fördern, wenn sie sich verpflichten nach dem Abschluss in der Region zu arbeiten, ist nicht neu. Nun bringen sich immer mehr Kommunen selbst ein, wie ein Beispiel aus Sachsen-Anhalt zeigt. In Osterburg legen Stadt und KV Sachsen-Anhalt (KVSA) gemein­sam die Förderung auf.

In der Regelstudienzeit von rund sechs Jahren sollen die Stipendiaten 700 Euro je Monat erhalten. Die Kosten teilen sich Stadt und KV. Während der Weiterbildung zum Facharzt, die rund fünf Jahre dauert, schießt die Stadt noch 200 Euro je Monat hinzu. Im Gegen­zug müssen sich die Medizinstudierenden verpflichten, nach Abschluss der Ausbildung, eine Praxis in Osterburg zu betreiben. Das gemeinsame Stipendium soll zunächst im Rah­men eines Modellprojektes in den kommenden Jahren an drei Bewerber vergeben werden.

Ärzteversorgung Thema im Stadtrat

Das Stipendium ist Bestandteil eines Grundsatzbeschlusses zur medizinischen Versor­gung in der Hansestadt Osterburg (Altmark), den Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (CDU) als „Leitfaden zur Ärzteversorgung“ in den Stadtrat eingebracht hat. Vorausge­gan­­gen waren Beratungen mit den Ärzten der Stadt, der KVSA, dem Deutschen Roten Kreuz und Krankenkassen. Ziel sei es, auch in Zukunft Ärzte für Osterburg zu gewinnen und den Patienten den Zugang zur medizinischen Versorgung zu erleichtern, hieß es.

Zum Beispiel ist vorgesehen, einen Bürgerbus einzurichten, um älteren Menschen auf dem Weg zur Praxis zu helfen. Ärz­ten, die sich in Osterburg niederlassen wollen, soll eine Förderung beim Bau oder der Sanierung ihrer Praxis angeboten sowie bei der Grundstückssuche ge­hol­fen werden. Medizinstudierende im Praxisjahr soll zudem eine kostenlose Unterkunft an­geboten werden. Der Stadtrat von Osterburg will im Mai über die Vorlage entscheiden.

„Die medizinische Versorgung ist für eine Kleinstadt wie Osterburg ein ganz wichtiges Zukunftsthema. Der Anteil der Älteren wird immer größer, sowohl bei den Patienten, als auch bei den Ärzten“, erklärte Schulz. Noch gebe es eine ausgewogene medizinische Grundversorgung in der Stadt. Diese müsse aber auch für die Zukunft abgesichert werden.

Burkhard John, Vorsitzender des Vorstandes der KVSA, lobt das Engagement und den Weitblick der Stadt. „Es ist für die Zukunft der regionalen Entwicklung sehr wichtig, wenn Kommunen eine aktive Rolle bei der Ansiedlung von Ärzten übernehmen“, sagte er. Nur mit solchem Engagement, werden man im Wettbewerb um den ärztlichen Nachwuchs Erfolg haben. Die KVSA selbst fördert Studierende seit 2010 und die Niederlassung in schlechter versorgten Bereichen seit 2006.

EB

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