Ärztetag fordert Ausfallentschädigung für ausgefallene Arzttermine
Düsseldorf – Der 117. Deutsche Ärztetag fordert im Gegenzug zur geplanten gesetzlichen Vier-Wochen-Frist für Facharzttermine eine Ausfallentschädigung für von Patienten versäumte Arzttermine. In jedem Quartal würden bundesweit mehr als 6,5 Millionen Termine von Patienten nicht wahrgenommen. Dies verursache nicht nur volkswirtschaftliche Kosten, sondern verschärfe auch die Terminenge in Praxen. Daher müsse man prüfen, inwieweit man die Patienten an diesen Kosten beteiligen könne.
Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, sagte später vor der Presse: „Wenn die Patienten Garantien von ihren Ärzten bekommen, muss es im Gegenzug auch eine Garantie für die Einhaltung dieses Privilegs geben.“ Wer mehrmals einen Termin nicht wahrnehme, der habe dann auch keine Garantie mehr auf einen Facharzttermin innerhalb von vier Wochen, meinte Montgomery. Vorstellbar sei zum Beispiel, die Krankenkassen zur Kasse zu bitten, wenn Patienten Termine sausen ließen. Denn hilfreicher als ein Anruf des Arztes sei oft der Anruf der Krankenkasse beim Patienten, so der BÄK-Präsident.
In einer ersten Reaktion kommentierte Andreas Gassen den Vorschlag als in der Praxis schwer umsetzbar. „Neben dem nicht akzeptablen Eingriff in die Autonomie des Arztes kann eine Servicestelle Probleme wie mangelnde Termintreue von Patienten ebenso wenig lösen wie den beginnenden Arztmangel oder das bestehende Globalbudget“, gab der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zudem zu bedenken.
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