Ärztlicher Pandemierat startet Beratungen in Arbeitsgruppen zu Empfehlungen in der Coronapandemie

Berlin - Der ärztliche Pandemierat der Bundesärztekammer hat seine Arbeit aufgenommen und befasst sich in separaten Arbeitsgruppen mit prioritären Handlungsfeldern der Coronabekämpfung. Die Entwicklung von Schutzkonzepten für vulnerable Gruppen, die Forschungsförderung, die Weiterentwicklung der Teststrategie sowie Konzepte zur Vermeidung von „Kollateraleffekten“ der Coronabekämpfung stehen dabei im Fokus.
„Wir wollen den Handlungsbedarf in diesen Bereichen analysieren und auf dieser Grundlage in komprimierter Form möglichst konkrete Empfehlungen für die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern entwickeln“, erklärte Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt zum Start der Beratungen in den Arbeitsgruppen. Die Ergebnisse sollen möglichst noch im Dezember mit allen Teilnehmern des Pandemierats erörtert werden.
Die Vertreter von Bundesärztekammer, wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften und Öffentlichem Gesundheitsdienst wollen sich mit der Frage befassen, wie sich die unterschiedlichen Risikogruppen spezifizieren lassen und welche speziell auf sie zugeschnitten Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Zudem solle der Forschungsbedarf im Bereich der Diagnostik, Therapie und Prävention analysiert werden, um das Infektionsgeschehen besser zu verstehen. Die Steigerung der Obduktionsrate sei dabei beispielsweise wichtig.
Mit der immer wieder in der Diskussion stehenden Teststrategie für symptomatische Patientinnen und Patienten wird der Pandemierat sich ebenfalls befassen. Dazu gehörten die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, die Verfügbarkeit von Tests sowie die Testung von medizinischem Personal und die Anwendung von Antigenschnelltests zur Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens.
Darüber hinaus will sich der Pandemierat mit den psycho-sozialen Auswirkungen der Coronapandemie auseinandersetzen, um die sogenannten Kolleteraleffekte der Pandemiebekämpfung zu vermeiden. In diesem Zusammenhang müssten auch die Möglichkeiten zur Sicherstellung des Zugangs zur medizinischen Akutversorgung und zu notwendigen Vorsorgeleistungen diskutiert werden, hieß es vonseiten der Bundesärztekammer.
Auf Initiative BÄK hatte sich Mitte November ein ärztlicher Pandemierat aus Vertretern wissenschaftlich-medizinischer Fachgesellschaften und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes gebildet.
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