Politik

Approbation: Mecklen­burg-Vorpommern will polnische Abschlüsse deutscher Studenten anerkennen

  • Dienstag, 10. März 2020
/dpa
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Schwerin – Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern sucht nach Möglichkeiten, deutschen Absolventen des polnischen Medizinstudiums den Abschluss in Deutschland anzu­erkennen.

Seit der Änderung einer EU-Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen im vergangenen Jahr gebe es bei der Approbation rechtliche Unsicherheiten, erklärte Ge­sund­­heitsminister Harry Glawe (CDU) heute in Schwerin. Betroffen sind nach Worten eines Ministeriumssprechers bis zu 65 Absolventen.

Nach dem sechsjährigen Studium und vor der Approbation schließen sich in Polen ein 13-monatiges Praktikum Staz sowie eine Prüfung LEK an. In Polen studierende deutsche Studenten bräuchten demnach beide Zertifikate (Staz und LEK), um in Deutschland als Arzt zu arbeiten. Damit verlängert sich die Studienzeit praktisch um ein Jahr.

„In Polen werden deutsche Studenten gut ausgebildet, die brauchen wir in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Glawe. „Solange rechtlich Unklarheit herrscht, setzen wir übergangs­weise auf eine eigene lan­desspezifische Lösung.“ An einem Erlass werde mit Hochdruck gearbeitet.

Die Lösung könnte den Angaben zufolge so aussehen: Den Absolventen soll die ärztliche Tätigkeit als abhängig Beschäftigter für ein Jahr erlaubt werden. „Das ist vergleichbar mit dem früheren Arzt im Praktikum“, sagte Glawe. Sie könnten dann bereits im Krankenhaus, in einer Arztpraxis oder in einem Medizinischen Versorgungszentrum als angestellter Arzt arbeiten.

Ziel sei es, nach einem erfolgreichen kollegialen Abschlussgespräch am Krankenbett die Approbation zu erteilen. Ein halbes Jahr nach der praktischen Tätigkeit soll auch die Wei­terbil­dung zum Facharzt angerechnet werden können. Dafür sei noch eine Abstimmung mit der Landesärztekammer notwendig, hieß es.

Vom Bund forderte Glawe ein einheitliches Signal, um wieder Rechtssicherheit herzu­stellen. Die Lösung in MV solle nur eine Übergangslösung sein. Zuvor hatte die Schweriner Volkszeitung berichtet.

dpa

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