Ausschreibungsfrist für medizinisches Cannabis endet

Frankfurt/Bonn – Die Bemühungen für den Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland kommen einen Schritt voran. Morgen endet die Frist des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), das Aufträge zur Produktion ausgeschrieben hat.
Die Behörde will mindestens drei Unternehmen Medizinalhanf unter Staatsaufsicht und hohen Qualitätsstandards anbauen lassen. Zudem wird weiter zusätzlich Cannabis importiert. Der Zuschlag soll laut früheren Angaben im ersten Halbjahr 2019 folgen, das Cannabis soll dann „voraussichtlich ab 2020“ zur Verfügung stehen. Ausgeschrieben werden 10,4 Tonnen Cannabis, verteilt auf vier Jahre.
Bisher war der Prozess nur schleppend in Fahrt gekommen. So hatte ein Gericht im März die erste Ausschreibung für den Anbau von 6,6 Tonnen Cannabis gestoppt, weil die Fristen für Unternehmen zu kurz waren. Das zunächst geplante Anbaujahr 2019 war so nicht zu halten. Bei der ersten Ausschreibung bewarben sich 118 Firmen, nun sollen es Kreisen zufolge doppelt so viele sein. Das BfArM äußerte sich dazu nicht.
Unklar ist, ob die ausgeschriebenen 10,4 Tonnen Cannabis ausreichen. Die Menge ist zwar höher als in der ersten Ausschreibungsrunde. Doch seit der Liberalisierung 2017 erlebt Medizinhanf einen Boom.
Hatten einst nur rund 1.000 Kranke eine Ausnahmegenehmigung, gehen Experten heute von rund 15.000 Cannabispatienten aus. Genaue Daten zu deren Zahl gibt es allerdings nicht.
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